Grundwissen zu Massagen

Grundwissen zu Massagen

Wenn jemand hinfällt, sich stößt oder irgendwo Schmerzen hat, hält er sich instinktiv an der betroffenen Stelle und reibt darüber oder knetet sie. Bei einer Massage passiert letztlich nichts anderes. Auch hier werden Körperpartien mittels Wärme und verschiedener Handgriffe gezielt behandelt. Dabei kann eine Massage Schmerzen lindern, Verspannungen lösen und die Durchblutung anregen und somit eine heilsame Wirkung haben.

Genauso kann eine Massage aber auch einfach nur der Entspannung und der Erholung dienen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Massagen in unterschiedlichen Varianten zum klassischen Heil- und Verwöhnangebot in Thermen, Thermalbädern und Wellness-Einrichtungen gehören.

Aber wo kommt die Massage eigentlich her? Und welche Techniken gibt es? Hier ein wenig Grundwissen zu Massagen in der Übersicht:

Die Geschichte der Massage

Die heilsame Wirkung von Massagen war schon im alten China bekannt. Die älteste Massage-Anleitung steht in einem Buch des chinesischen Kaisers Huang Di. Das Buch, in dem es um die Traditionelle Chinesische Medizin geht, wird auf etwa 2.400 vor Christus datiert. Die chinesischen Massagetechniken verbreiteten sich von China aus in ganz Asien. Im alten Ägypten war die Massage ebenfalls schon sehr früh bekannt.

Reliefe, die schätzungsweise um 2.300 vor Christus entstanden sind, belegen das Wissen der Ägypter um die Techniken und die Anwendung der Massage. Von Ägypten aus gelangte die Massage schließlich nach Europa. Hier war es vor allem Hippokrates, der die Knetkur bekannt machte. Der griechische Arzt, der als Urvater der westlichen Medizin gilt, bestärkte seine Schüler darin, die Massage zu Therapiezwecken einzusetzen. Im alten Rom wiederum wurde die Massage als Bestandteil des Verwöhnprogramms in Badehäusern zelebriert.

Außerdem entwickelten die Römer eine eigene Form der Sportmassage, die in den Gladiatorenschulen zur Anwendung kam. Mit dem Untergang des Römischen Reiches endete in Europa aber auch die Zeit der Massagen.

Es sollte bis zum 16. Jahrhundert dauern, bis die Massage als therapeutisches und medizinisches Mittel wiederentdeckt wurde. Seinerzeit war es der Arzt Paracelsus, der die Knetkur wiederbelebte. Ihr wirkliches Comeback erlebte die Massage in Europa aber erst im 19. Jahrhundert. Eine Schlüsselrolle spielte dabei der Schwede Pehr Henrik Ling.

Er gliederte die bekannten Massagegriffe systematisch, entwickelte die Techniken weiter und legte so den Grundstein für das, was heute als klassische Massage bezeichnet wird. Im 20. Jahrhundert erlebte die Massage dann einen regelrechten Boom. Zahlreiche neue Massageformen wurden entwickelt und die Nachfrage war riesig. Außerdem kamen neue Berufe auf und schon bald war es nicht mehr der Arzt, sondern der Masseur oder der Physiotherapeut, der massierte.

Die direkten und die indirekten Massagetechniken

Bei Massagen wird zwischen direkten und indirekten Techniken unterschieden. Direkte Massagetechniken setzen unmittelbar an der betroffenen Stelle an und wirken sich auch direkt darauf aus. Die klassische Massage ist ein Beispiel für eine direkte Massagetechnik. Hier knetet, reibt, drückt oder zieht der Masseur die jeweilige Körperpartie.

Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt, die Durchblutung gefördert und das verspannte Gewebe gelockert. Linderung verschafft die klassische Massage unter anderem bei Muskelverspannungen, Lähmungen, Spasmen und rheumatischen Beschwerden. Auch nach Verletzungen oder Operationen am Bewegungsapparat wird die klassische Massage häufig angewendet.

Ein anderes Beispiel für eine direkte Massagetechnik ist die Lymphdrainage. Dabei streicht der Masseur über die Körperpartien, um so Wassereinlagerungen über die Lymphbahnen aus dem Körper zu transportieren. Die Lymphdrainage findet in erster Linie bei Venenleiden, Ödemen und Erkrankungen der Lymphgefäße Anwendung. Für die Wirkung von direkten Massagetechniken gibt es wissenschaftliche Belege. Liegt eine entsprechende Indikation vor, übernehmen die Krankenkassen deshalb normalerweise auch die Kosten.

Bei indirekten Massagetechniken wird die Wirkung durch Reflexe ausgelöst. Eine der bekanntesten indirekten Massagetechniken ist die Fußreflexzonenmassage. Sie legt die Annahme zugrunde, dass der ganze menschliche Körper von Bahnen durchzogen ist. Durch diese Bahnen, die je nach Lehre Meridiane oder Nadis heißen, soll die Lebensenergie fließen. Gleichzeitig gibt es auf der Haut verschiedene Punkte, die mit Organen verbunden sind.

Wird einer dieser Punkte durch eine Massage aktiviert, wirkt sich die Behandlung auf das dazugehörige Organ aus. Auf diese Weise soll es möglich sein, auch Organe im Körperinneren anzusprechen. Eindeutige, wissenschaftlich fundierte Belege für die heilsame Wirkung von indirekten Massagetechniken gibt es jedoch nicht. Aus diesem Grund werden auch die Kosten von den Krankenkassen nicht immer übernommen.

Hinzu kommt, dass die Massagen im asiatischen Raum, wo sie ursprünglich herkommen, meist nur als ein Teil eines ganzheitlichen Konzepts gesehen werden. Neben den Massagen und anderen therapeutischen Anwendungen spielen weitere Aspekte wie die Ernährung oder die Entgiftung des Körpers eine Rolle. Hierzulande gehören die indirekten Massagen deshalb eher in den Bereich der Wellness-Angebote und dienen weniger als Heilverfahren.

Massagetechniken aus aller Welt

In Europa ist die klassische Massage zu Hause. Abgeleitet von ihrem Begründer, dem Schweden Pehr Henrik Ling, wird sie manchmal auch als schwedische Massage bezeichnet. In Thermen, Thermalbädern und Wellness-Einrichtungen beschränkt sich das Angebot aber keineswegs nur auf die klassische Massage.

Stattdessen stehen Massagetechniken aus aller Herren Länder zur Auswahl. So gibt es beispielsweise die Thai-Massage, die Massagehandgriffe mit Elementen aus dem Yoga verbindet. Lomi Lomi wiederum stammt aus Hawaii und ist eine recht intensive Massage, bei der vor allem die Ellebogen und die Fingerknochen zum Einsatz kommen.

Bei der Hot Stone Massage werden nach dem Vorbild der indigenen Völker in Nordamerika zuerst warme Lavasteine auf spezielle Energiepunkte des Körpers aufgelegt. Wenn die Wärme in die Körperregionen eingedrungen ist, werden die Körperstellen mittels Kneten und Drücken bearbeitet, um so Verspannungen zu lösen. Auch bei der indischen Klangschalenmassage kommen Hilfsmittel zum Einsatz.

Hier sind es aber keine Steine, sondern stattdessen Klangschalen in verschiedenen Größen. Die Schwingungen, die beim Anschlagen der Schalen entstehen, sollen zur körperlichen und seelischen Entspannung beitragen.

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