Hintergrundwissen: der menschliche Bio-Rhythmus

Hintergrundwissen: der menschliche Bio-Rhythmus

Ein voller Terminkalender, ein straff organisierter Alltag, Leistungsdruck bei der Arbeit, Erreichbarkeit rund um die Uhr und unabhängig vom Aufenthaltsort, immer weniger Freizeit – verglichen mit früher, ist das heutige Leben zweifelsohne schneller und hektischer geworden.

Doch der menschliche Bio-Rhythmus, der sich über Jahrmillionen ausgebildet hat, lässt sich nicht so einfach modernisieren. Das permanente Arbeiten gegen die innere Uhr führt langfristig zu Schlafmangel, Übermüdung und Konzentrationsschwäche, die dann wiederum Fehler, Stress und Krankheiten begünstigen.

Umso wichtiger ist deshalb, sich immer mal wieder Verschnaufpausen zu gönnen, zur Ruhe zu kommen und die Kraftreserven aufzuladen, beispielsweise durch den Besuch eines Thermalbads. Viele Anwendungen zielen darauf ab, den Körper, den Geist und die Seele wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen.

Dazu gehört dann auch, auf die innere Uhr zu hören und damit dem menschlichen Bio-Rhythmus Rechnung zu tragen. Aber was ist der menschliche Bio-Rhythmus überhaupt? Wie funktioniert er und wie wird er gesteuert?

Hier etwas Hintergrundwissen zum menschlichen Bio-Rhythmus:

Die innere Uhr gibt den Rhythmus vor.

Frühaufsteher, die zusammen mit den ersten Sonnenstrahlen gut gelaunt aus dem Bett kommen, sich sofort an die Arbeit machen und bis in den Abend hinein ein hohes Leistungspensum halten können, gelten als fleißig und tough.

Langschläfer hingegen, die den Tag ruhiger angehen lassen, oder Personen, die häufiger eine Pause einlegen müssen, werden mitunter als faul oder schwach angesehen. Viele Wissenschaftler halten diese Einschätzung für falsch. Sie argumentieren mit der inneren Uhr, die bei jedem Menschen in dessen individuellem Takt tickt. Genauer gesagt sind es Gene, die den menschlichen Bio-Rhythmus vorgeben. Der Bio-Rhythmus steuert das Auf und Ab im Verlauf eines Tages, legt Leistungshochs und Leistungstiefs fest und regelt, wann sich der Mensch fit und wann er sich müde fühlt.

Bei einem Frühaufsteher setzt der Tagesrhythmus früher ein, bei einem Langschläfer etwas später. Wer morgens länger braucht, um aus dem Bett zu kommen, ist also nicht unbedingt faul oder weniger leistungswillig, sondern das genetische Zeitprogramm in seinem Inneren läuft in einem anderen Rhythmus.

Die Sonne ist für den natürlichen Rhythmus verantwortlich.

Der Biorhythmus entwickelte sich zusammen mit der Entstehung des Lebens. Alle Organismen, vom Einzeller über Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen, verfügen über Gene, die den Biorhythmus steuern. Einer der wichtigsten äußeren Steuerungsfaktoren dabei ist die Sonne.

Der Wechsel zwischen Tag und Nacht, zwischen Sonne und Mond, zwischen Hell und Dunkel gibt den äußeren Takt für die Aktivitäts- und die Ruhephasen vor. Jeden Tag wird der Bio-Rhythmus auf einen Zeitintervall von 24 Stunden eingestellt. Im Verlauf dieser 24 Stunden verändern sich die Körpertemperatur, der Hormonspiegel im Blut, die Leistungsfähigkeit von Organen und auch die Sensibilität der Nerven.

Schmerzen beispielsweise werden nachts stärker empfunden als am Nachmittag. Sehr anschaulich lässt sich der Biorhythmus an Pflanzen und Tieren verdeutlichen. So gibt es Pflanzen, die ihre Blüten nur am Tag öffnen, während andere Pflanzen ihre Blüten nur in der Nacht öffnen. Die Tiere haben sich auf diesen Rhythmus eingestellt und deshalb sammeln etwa Bienen Pollen und Blütenstaub am Tag ein, während Nachfalter ihre bevorzugten Pflanzen nachts anfliegen.

Dieses Timing ist möglich, weil die innere Uhr den Bio-Rhythmus steuert. Der Körper kann sich so auf die jeweilige Situation einstellen, was ihm einen Überlebensvorteil verschafft. Das Sonnenlicht steuert aber nicht nur den 24-Stunden-Rhythmus, sondern reguliert auch jahreszeitliche Rhythmen.

Aus diesem Grund halten einige Tiere Winterschlaf, während andere Tiere zu bestimmten Jahreszeiten ihren Standort wechseln. Auch die Zeiten, in denen sich Tiere fortpflanzen, werden oft vom natürlichen Biorhythmus bestimmt. Beim Menschen wiederum macht sich dieses Phänomen beispielsweise dadurch bemerkbar, dass im Frühling und im Sommer die Laune steigt, während viele im Herbst und im Winter eher müde und häufiger traurig sind.

Thermalbäder bringen den Rhythmus wieder ins Gleichgewicht.

Seit einiger Zeit gerät der natürlich Bio-Rhythmus des Menschen immer mehr aus den Fugen. Seit es elektrisches Licht gibt, kann der Mensch die Nacht zum Tag machen, ohne auf die Sonne als Lichtquelle angewiesen zu sein. Die Industrialisierung brachte längere und veränderte Arbeitszeiten mit sich, darunter auch Spät- und Nachtschichten.

Der technische Fortschritt führte dazu, dass sich die nutzbare Zeit praktisch auf 24 Stunden ausgeweitet hat. Die innere Uhr des Menschen lässt sich jedoch nicht so ohne Weiteres austricksen. Nachts stellt sich der Körper nun einmal auf Ruhe und Erholung ein, weshalb unter anderem der Blutdruck und die Körpertemperatur sinken.

Fehlt natürliches Sonnenlicht, werden Hormone ausgeschüttet, die Müdigkeit verursachen. Wer nicht auf seine innere Uhr hört, riskiert Schlafprobleme, Stress, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, ein geschwächtes Immunsystem und psychische Erkrankungen. Einfach so einen Gang herunterzuschalten, ist oft aber nur schwer möglich.

Eine längere Auszeit vom Job können sich die wenigsten leisten. Den Arbeitsbeginn und alle Termine auf später zu verschieben, weil der eigene Bio-Rhythmus länger braucht, um in Fahrt zu kommen, dürfte im Alltag nicht praktikabel sein. Wer Handy und Computer ausschaltet, ist zwar für ein paar Stunden ungestört, bezahlt die Unerreichbarkeit aber oft mit einem schlechten Gewissen oder der Angst, etwas zu verpassen. Ein guter Kompromiss ist deshalb, sich im Alltag immer wieder Ruheinseln zu schaffen.

Hierfür bieten sich Thermen und Wellness-Einrichtungen ideal an, denn die Ruhe entschleunigt, das angenehme Ambiente beeinflusst den Bio-Rhythmus positiv und das warme Wasser sowie die zahlreichen Anwendungen sind eine Wohltat für Körper und Seele.

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