Infos und Tipps zur Babymassage

Infos und Tipps zur Babymassage

Wer eine Therme, ein Thermalbad oder eine andere Wellness-Einrichtung aufsucht, um sich eine kurze Auszeit vom Alltag zu gönnen, zu entspannen und neue Kräfte zu tanken, genießt oft nicht nur das angenehm warme Wasser und das schöne, ruhige Ambiente.

Stattdessen stehen neben einem Saunagang oder einem Dampfbadbesuch häufig auch verschiedene Anwendungen auf dem Programm.

Zu den beliebtesten Anwendungen gehören dabei Massagen, die es in den verschiedensten Formen gibt. Eine Massage entspannt, lockert die Muskulatur und kann helfen, Beschwerden zu lindern. Damit wird die Massage zu einer Anwendung, die dem Körper, dem Geist und der Seele gleichermaßen gut tut. Nun sind Massagen aber nicht nur eine Wohltat für Erwachsene. Auch die Kleinsten können von einer Massage profitieren. Doch wie funktioniert so eine Babymassage? Welchen Effekt hat sie? Und worauf gilt es zu achten?

Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten
Infos und Tipps zur Babymassage zusammen:

Die Wurzeln der Babymassage

Die Wurzeln der Babymassage liegen wahrscheinlich in Indien. Auf Basis der ayurvedischen Lehren werden Babys dort schon seit jeher massiert. Lange Zeit lernten die Töchter die Massagetechniken dabei von ihren Müttern. Ende der 1970er-Jahre brachte Frederick Leboyer, ein Gynäkologe aus Frankreich, das Wissen um die sanfte Massage mit nach Europa.

Dieses Wissen bildete das Fundament für die westlichen Massagetechniken, die sich nach und nach entwickelten. Eine Schlüsselrolle in Sachen Babymassage spielte außerdem die US-Amerikanerin Vimala Schneider. Sie erarbeitete eine Massagetechnik, die Elemente aus der indischen Massagetechnik, der Reflexzonenmassage, der schwedischen Massagetechnik und dem Yoga miteinander verbindet. Nach der Vimala-Schneider-Methode werden Babys bis heute massiert.

Der Ablauf einer Babymassage

Eine Babymassage beginnt üblicherweise mit den Beinen und geht dann weiter über den Bauch, die Brust, die Arme und das Gesicht bis zum Rücken. Nach ein paar sanften Übungen folgt als Abschluss eine ausgiebige Kuscheleinheit.

Die Vimala-Schneider-Methode kennt für jeden Körperteil verschiedene Massagegriffe und Bewegungsabläufe, die immer sechsmal hintereinander durchgeführt werden. Sie haben so klang- und liebevolle Namen wie Perlenkette, Sonnenmond, Schmetterling oder Offenes Buch und wirken mal beruhigend und mal anregend. Das Allerwichtigste bei der Babymassage nach dieser Methode ist aber der Respekt dem Kind gegenüber.

Das bedeutet, dass ein Baby nur dann massiert wird, wenn es das möchte. Gleichzeitig bestimmt das Baby darüber, wie lange die Massage dauert. Signalisiert das Kind, dass es nicht massiert werden will oder es reicht, muss die massierende Person das akzeptieren. Dahinter steht die Idee, dass die Babymassage nicht nur eine Massage im Sinne einer Anwendung sein soll. Stattdessen versteht sich die Babymassage als ein Gespräch ohne Worte zwischen dem Baby und dem Masseur. Aus diesem Grund sollte das Baby auch nur von seinen Eltern oder einer vertrauten Bezugsperson massiert werden. Außerdem wird empfohlen, ein natürliches Massageöl ohne Duftstoffe zu verwenden.

So wird das Baby nicht von zusätzlichen Reizen abgelenkt oder gar gestört, sondern kann sich auf den vertrauten Geruch und die sanften Berührungen des Masseurs konzentrieren. Die Babymassage eignet sich im Normalfall für Babys ab ihrer sechsten Lebenswoche. Wichtig ist, dass es in dem Raum angenehm warm und ruhig ist. Besonders gut können die Kleinen die Massage genießen, wenn sie ausgeruht sind. Wie lange die Massage dauert, hängt vom Kind und seiner Tagesform ab.

Manchmal sind schon fünf Minuten genug, manchmal möchte ein Kind eine halbe Stunde lang massiert werden. Im Durchschnitt sind die meisten Babys aber nach zehn bis 15 Minuten rundum zufrieden. Viele Babys können sich übrigens besonders gut fallenlassen, wenn die massierende Person die Streicheleinheiten mit einem leisen Singen und einem sanften Summen begleitet.

Ist das Baby hungrig, müde, krank oder sehr unruhig, sollte auf die Massage verzichtet werden. Auch direkt nach dem Essen ist kein guter Zeitpunkt für eine Babymassage.

Die Wirkungen einer Babymassage

Eine Babymassage hat viele positive Effekte. So hilft sie dem Kind zum einen dabei, sich zu entspannen. Zum anderen kann sie das Kind dabei unterstützen, leichter ein- und durchzuschlafen und generell mit dem Tag-Nacht-Rhythmus besser zurechtzukommen. Auch bei Verdauungsproblemen kann sich eine Babymassage als hilfreich erweisen. Außerdem stärkt die Babymassage das Immunsystem, schult die Reizverarbeitung und fördert die motorische Entwicklung.

Nicht zuletzt intensiviert die Babymassage die Verbindung zwischen der massierenden Person und dem Kind. Das Kind fasst Vertrauen, genießt die sanften Körperberührungen und kann sich so auch später oft leichter auf zwischenmenschliche Beziehungen einlassen. Bei der Babymassage stehen ausgefeilte Massagetechniken und perfekt ausgeführte Massagegriffe nicht im Vordergrund.

Viel wichtiger ist, dass das Baby spürt, dass sich seine Bezugsperson Zeit nimmt und über die Berührungen und Streicheleinheiten eine Kommunikation stattfindet. Deshalb können sich die Eltern die grundlegenden Ideen und Griffe durchaus mithilfe von Büchern aneignen. Es gibt viel sehr gute Literatur zu diesem Thema. Viele interessante Informationen hält auch das Staatsinstitut für Frühpädagogik, kurz IFP, bereit. Wer sich unsicher ist, kann sich an eine Hebamme, einen Kinderarzt oder Einrichtungen wie die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Babymassage wenden.

In vielen Städten werden regelmäßig Kurse angeboten, bei denen Eltern die Babymassage unter fachkundiger Anleitung lernen können. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber, dass sich die hier beschriebene Form der Babymassage an gesunde Babys richtet. Kinder, die an einer Krankheit leiden oder ein Handicap haben, brauchen medizinisch-therapeutische Massagen. Hierbei sind die Eltern auf die Unterstützung von einem Physiotherapeuten oder einem Mediziner angewiesen.

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