11 beliebte Massage-Techniken, Teil 2

11 beliebte Massage-Techniken, Teil 2

Eine Massage löst Verspannungen, lindert Beschwerden und trägt zu einer tiefen, wohltuenden Entspannung bei. Sie wirkt sich positiv auf die körperliche und die seelische Gesundheit aus. Damit passt sie perfekt in das Konzept von Thermen und Wellness-Einrichtungen. Nun ist Massage aber nicht gleich Massage. Vielmehr gibt es die verschiedensten Techniken und Ansätze.

11 beliebte Massage-Techniken, Teil 2

Und wer sich das Angebot in einem Thermalbad anschaut, begegnet mitunter Namen, die er zuvor noch nie gehört hat. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, stellen wir in einem zweiteiligen Beitrag elf beliebte Massage-Techniken vor.

Hier ist Teil 2!:

  1. Lulur Massage

Die Lulur Massage ist eine traditionelle Zeremonie aus Java. Ursprünglich soll sie nur den Königen von Bali vorbehalten gewesen sein. Später gönnten sich Bräute die Behandlung, um an ihrem großen Tag innerlich wie äußerlich in Schönheit zu erstrahlen. Inzwischen ist die Massagetechnik auch hierzulande angekommen und wird in vielen Thermen und Wellness-Einrichtungen angeboten.

Die Behandlung gliedert sich in mehrere Teile. Den Anfang macht eine Ganzkörpermassage mit hochwertigen, wunderbar duftenden und angenehm erwärmten Ölen. Auf diese Weise sollen Verspannungen gelöst und die Durchblutung angekurbelt werden.

Anschließend rührt der Masseur eigens für den Patienten eine wohlriechende Paste an. Ihre Basis bildet Reismehl, das mit verschiedenen Zutaten wie Sandelholz, Jasmin oder Gelbwurz angereichert wird. Die Paste dient als Peeling und soll die Haut reinigen, abgestorbene Hauptschüppchen entfernen und den Körper gleichzeitig wärmen.

Nachdem die Paste aufgetragen ist, ist Entspannung angesagt. Denn der Patient kann sich solange zurücklehnen, bis die Paste komplett getrocknet ist. Danach reibt der Masseur die Masse behutsam ab.

An das Peeling schließt sich eine Ganzkörpermaske mit Joghurt an. Ihre Aufgabe ist, die Haut mit Feuchtigkeit und Pflegestoffen zu versorgen. Den krönenden Anschluss der Lulur Massage bildet ein Bad in warmem Wasser mit Blüten und pflegenden Duftölen.

  1. Pantai Luar

Wie viele andere Massage- und Wellness-Behandlungen blickt auch die Pantai Luar Massage auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Ihre Wurzeln liegen vermutlich in Indonesien. Das entscheidende Element bei dieser Massage-Technik sind warme Kräuteröle.

Für die Anwendung erwärmt der Masseur spezielle Öle, die aus verschiedenen Kräutern, Gewürzen und Beerenfrüchten bestehen. Zunächst massiert er den Körper des Patienten mit den Ölen. Anschließend tränkt er mit Kräutern gefüllte Stempel in heißem Öl.

Diese Stempel tippt er zu Beginn nur ganz kurz auf den Körper. Die Bewegungen werden blitzschnell ausgeführt, weil die Stempel anfangs sehr heiß sind. Später, wenn das Material etwas abgekühlt hat, arbeitet der Masseur zunehmend langsamer und intensiver.

Die Pantai Luar Massage löst Verspannungen, bringt den Stoffwechsel in Schwung und pflegt die Haut. Außerdem aktiviert sie die Selbstheilungskräfte. Denn das Berühren der Haut mit den heißen Stempeln trickst im Prinzip die Nervenzellen aus.

Sie registrieren die Hitze, vermuten eine Verbrennung und reagieren mit Gegenmaßnahmen. Gleichzeitig werden Glückshormone ausgeschüttet.

  1. Shiatsu Massage

Die Wurzeln der Shiatsu Massage liegen in der traditionellen chinesischen Medizin des 6. Jahrhunderts. Die Japaner griffen Ansätze davon auf und entwickelten im Laufe der Zeit daraus das Shiatsu. Heute gibt es die Anwendung in zwei Formen, nämlich als medizinische Therapie und als Wellness-Behandlung. Der Laie wird den Unterschied aber kaum bemerken.

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Grundlage für die Massage ist die Annahme, dass der menschliche Körper von einem System aus Bahnen durchzogen ist. Durch diese sogenannten Meridiane fließt die Energie. Wenn dieser Energiefluss gestört ist, treten Unwohlsein, Beschwerden und Erkrankungen auf.

Deshalb konzentriert sich die Shiatsu Massage auf die Meridiane und Energiepunkte des Körpers, um so die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und den Energiefluss wieder in Einklang zu bringen.

Vor einer Massage findet ein ausführliches Gespräch statt. Der Masseur erkundigt sich dabei nach vorliegenden Beschwerden und bestehenden Erkrankungen. Der Patient legt sich bequem auf eine Matte, in Deutschland behält er die Kleidung dabei in aller Regel an. Der Masseur beginnt dann mit einer Druckmassage, die entlang der verschiedenen Meridiane verläuft und den ganzen Körper einbezieht.

Um den notwendigen Druck auszuüben, arbeitet der Masseur mit den Händen, den Armen und teilweise auch den Füßen. Doch obwohl er sein ganzes Körpergewicht einsetzt, sind die Bewegungen sanft, ruhig und weder unangenehm noch schmerzhaft.

  1. Thai Massage

Die Thai Massage verbindet mehrere traditionelle Techniken miteinander. So gibt es zum einen verschiedene Streck- und Dehnbewegungen, die Positionen aus dem klassischen Yoga aufgreifen. Zum anderen geht die Lehre davon aus, dass der Körper von zehn Energielinien durchzogen ist. Die Behandlung der dazugehörigen Druckpunkte soll den Energiefluss ankurbeln und harmonisieren.

Der Masseur arbeitet bei der Behandlung mit seinen Händen und Ellenbogen, Knien und Füßen. Das mag im ersten Moment ungewohnt anmuten und sieht bisweilen auch ziemlich rabiat aus. Tatsächlich ist die Thai Massage aber angenehm und sehr wohltuend.

Eine traditionelle Thai Massage dauert mindestens anderthalb Stunden. In Thermalbädern und Wellness-Einrichtungen wird aber häufig auch eine kürzere Variante angeboten. Außerdem wird hier die Massage manchmal mit einem Kräuteröl kombiniert, das die entspannende Wirkung zusätzlich unterstützen soll.

  1. Tuina Massage

Die Tuina Massage entstammt der traditionellen chinesischen Medizin. Ihr Name setzt sich aus Tui für Schieben und Na für Greifen zusammen. Ausgangspunkt für die energetische Massage ist die Lebensenergie Qi, die ungestört fließen muss, damit sich der Mensch wohlfühlt und gesund ist. Treten Beschwerden auf, ist also der Fluss der Lebensenergie gestört. Und genau an dieser Stelle setzt die Tuina Massage an.

Der Masseur bearbeitet die gleichen Punkte wie bei einer Akupunktur. Der Patient liegt dabei bäuchlings auf einer bequemen Liege, denn die meisten Punkte befinden sich auf dem Rücken. Im Verlauf der Massage kann aber sein, dass der Masseur den Patienten bittet, sich umzudrehen.

Die Bewegungen des Masseurs sind eine Mischung aus Schiebe-, Reibe-, Klopf-, Druck- und Ziehtechniken. Insgesamt kennt die Tuina Massage gut 300 verschiedene Griffe, die der Masseur allesamt beherrschen sollte.

Eine Behandlung ist immer individuell auf den Patienten und dessen Beschwerden abgestimmt. Aus diesem Grund führt der Masseur vor der Massage ein ausführliches Gespräch. Die Massage selbst kann mitunter etwas schmerzhaft sein. Der leichte Schmerz entsteht, wenn sich die verspannten Muskeln lösen.

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Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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