5 Bade- und Wellnesstraditionen aus aller Welt

5 Bade- und Wellnesstraditionen aus aller Welt

Ein wohltuendes und herrlich duftendes Bad, eine entspannende Massage oder ein schweißtreibender Saunagang: Wellness kann viele verschiedene Formen haben. Und wer sich umschaut, stellt fest, dass weltweit ganz unterschiedlich relaxt wird. Wir machen eine kleine Reise und stellen fünf Bade- und Wellnesstraditionen aus aller Welt vor!

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5 Bade- und Wellnesstraditionen aus aller Welt

  1. Hamam – Wellness aus dem Orient

Das Hamam hat seine Wurzeln im orientalischen Raum und gehört zu den ältesten Badetraditionen weltweit. Steine aus Marmor und Fliesen mit Ornamenten zieren das Dampfbad, in dessen Mitte der sogenannte Nabelstein steht.

Bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent und einer Lufttemperatur von rund 45 Grad Celsius wird die Schweißproduktion ordentlich angekurbelt. Für etwas Abkühlung sorgt lauwarmes Wasser aus Waschbecken an den Wänden.

Der Tellak, so heißt der Bademeister, beginnt die Behandlung mit dem Sabunlama. Dafür taucht er ein Baumwollsäckchen in eine Seifenlauge. Der Schaum, der dabei entsteht, reinigt und pflegt die Haut. An die pflegende Reinigung schließt sich eine Massage mit dem Kees, einem Waschhandschuh aus Wildseide und Ziegenhaar, an.

Den krönenden Abschluss bildet eine Erholungsphase in einem kühleren Raum, in dem der Gast bei einem Glas Tee entspannt.

Ein Besuch im Hamam hilft dabei, Stress abzubauen und den Geist zu stärken. Die Kombination aus Wärme, Luftfeuchtigkeit, Badeschaum und Massage kurbelt die Durchblutung an, entspannt die Muskeln, reinigt die Haut und sorgt für einen gepflegten, frischen Teint.

  1. Sauna – Geselligkeit aus dem hohen Norden

Das Saunieren ist fest in der finnischen Kultur verankert. Wellness und wohltuende Entspannung sind ein Aspekt. Mindestens genauso wichtig ist aber das gesellige Zusammensitzen auf engem Raum, das ideale Möglichkeiten für schöne Gespräche eröffnet.

In den kalten und langen Wintern im hohen Norden bringen hohe Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius den Stoffwechsel ordentlich in Schwung. Aromatische Aufgüsse erhöhen die Luftfeuchtigkeit, verwöhnen den Geruchssinn und wirken auf mentaler Ebene.

Wie auch in der russischen Sauna, der Banja, ist in der finnischen Sauna üblich, sich gegenseitig mit frischen Birkenzweigen abzuklopfen, um den Blutkreislauf zusätzlich anzuregen. Um sich abzukühlen, ist im Winter das Abreiben mit Schnee eine schöne Alternative zu einer kalten Dusche oder einem Sprung ins Tauchbecken. Bevor es erneut in die Sauna geht, ist eine entspannende Ruhepause angesagt.

In Deutschland ist die finnische Sauna beliebt und in vielen Thermen und Thermalbädern zu finden. Allerdings ist der Ablauf hier anders als in Finnland. Ein großer Unterschied ist, dass die Finnen keine Zeitvorgaben kennen.

Die hierzulande gängige Empfehlung, dass ein Saunagang zehn bis 15 Minuten nicht überschreiten sollte, gibt es nicht. Stattdessen bleiben die Finnen einfach so lange in der Sauna, wie sie sich darin wohlfühlen. Auch die trockene Hitze ist im hohen Norden nicht üblich. Ganz im Gegenteil werden ständig Aufgüsse gemacht, um die Luftfeuchtigkeit angenehm hoch zu halten.

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Die Sauna entspannt die Muskulatur, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und kräftigt das Immunsystem. Außerdem fördert sie eine tiefe Reinigung der Haut.

  1. Onsen – Mineralbad in Japan

Japan verdankt seinen vulkanischen Quellen Wasser, das sehr reich an Mineralien ist. Das etwa 40 Grad Celsius warme Thermalwasser lässt sich in sogenannten Onsen genießen.

Wie in vielen Badetraditionen geht auch dem japanischen Bad eine gründliche Körperreinigung voraus. Dazu stehen eine Reihe an Waschgelegenheiten samt Hocker und Seife bereit.

Das Onsen selbst ist entweder ein natürlicher Freiluft-Pool oder eine Badewanne meist aus Holz. Gebadet wird nackt. Auf dem Weg ins Wasser bedeckt ein kleines Handtuch die intimsten Körperstellen, das während des Bades dann entweder um den Kopf gewickelt oder neben der Wanne abgelegt wird.

Das mineralische Wasser ist nicht zum Schwimmen gedacht. Stattdessen wird hier nur entspannt relaxt. An das Bad kann sich eine Erholungsphase anschließen. Dafür gibt es mitunter separate Ruheräume.

Dem japanischen Quellwasser wird eine heilende, erholsame und entspannende Wirkung zugeschrieben. Die Wärme löst Verspannungen und kurbelt die Durchblutung der Haut an.

Ein Besuch im Onsen ist wie eine Auszeit, um den Alltagsstress zu entfliehen, und damit das japanische Pendant zu einem Thermen-Besuch hierzulande.

  1. Kneippen – Hydrotherapie aus Deutschland

Im Dezember 2015 wurde das Kneippen auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Gesundheitslehre geht auf Sebastian Kneipp zurück und ist vor allem als Hydrotherapie berühmt.

Eine der häufigsten Anwendungen ist das Wassertreten. Dabei wird vergleichbar mit dem Gang eines Storches so lange durch kniehohes, eiskaltes Wasser geschritten, bis sich ein Kälteschmerz bemerkbar macht.

Dann wird das Becken verlassen, das Wasser sanft abgestreift und die Beine an der Luft getrocknet. Die Kältereize beim Kneippen kurbeln den Kreislauf und die Durchblutung an. Sie stärken so das Immunsystem und können Krampfadern vorbeugen.

Verglichen mit der orientalischen und der japanischen Badetradition, klingt das Kneippen nicht unbedingt nach wohltuender, genussvoller Wellness. Aber es entfaltet genauso einen heilsamen und angenehmen Effekt. Und irgendwie passt der pragmatische Ansatz ja auch ganz gut nach Deutschland.

  1. Kryotherapie – Wellness für Hartgesottene

Die Kryotherapie ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits Hippokrates erwähnte Therapien, die sich Kälte zunutze machen. In der modernen Ausführung wird der Körper mit sehr niedrigen Temperaturen konfrontiert.

Die Kälteanwendung kann dann zum Beispiel aus einem Bad in eiskaltem Wasser, einem Aufenthalt in einer Kältekammer bei -110 Grad Celsius, einer Eispackung oder eisigen Wickeln bestehen.

Durch die Kälte kommt der Stoffwechsel in Schwung und Muskelkater wird vermieden. Im medizinischen Bereich wird die Kryotherapie zur Behandlung von verschiedenen Hautkrankheiten, Gelenkerkrankungen wie Rheuma, aber auch Migräne und Schlafstörungen angewendet.

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Sportler greifen auf die Kälteanwendungen zurück, um sich schneller zu regenerieren. Weil der Kryotherapie aber eine verjüngende Wirkung nachgesagt wird, spielt sie auch im Wellness- und Beautybereich eine zunehmend große Rolle.

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Armin Seckmann, - Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, - Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, - Wellness Beraterin, Christian Gülcan - Betreiber und Redakteur dieser Webseite und Murat Gülcan, Wellness- & Spa Fan der in 20 Jahren sämtliche Thermalquellen bereiste, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheitsthemen.

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