5 Fragen zu WATSU

5 Fragen zu WATSU

Sanfte Bewegungen und Dehnungen in warmem Wasser, das Gefühl von Schwerelosigkeit, eine tiefe, fast meditative Entspannung: So wird WATSU häufig beschrieben. Die Anwendung ist eine Wasser-Massage, die Elemente aus der Bewegungstherapie mit den positiven Eigenschaften des Wassers verknüpft.

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5 Fragen zu WATSU

Doch wie funktioniert das Ganze genau? Wer profitiert davon? Und welche Effekte entstehen? Wir beantworten fünf Fragen zu WATSU!:

  1. Was ist WATSU?

WATSU ist eine Körpermassage im Wasser, die zu tiefer Entspannung verhelfen und sowohl körperliche als auch seelische Blockaden lösen soll. Der Name selbst in ein Kofferwort aus Water (für Wasser) und Shiatsu. Andere Bezeichnungen für die Anwendung lauten WasserShiatsu, Aquabalancing oder Waterbalancing.

Als Massage- und Bewegungstherapie basiert WATSU auf den Lehren des Zen-Shiatsu. Gleichzeitig macht sich die Methode einerseits die physikalischen Eigenschaften und andererseits die positiven Auswirkungen von Wasser zunutze.

Der statische Auftrieb entlastet den Körper von der Schwerkraft, der Strömungswiderstand unterstützt die Bewegungen.

Während der Klient entspannt auf dem Wasser schwebt, dehnt, streckt und drückt der Therapeut sanft den Körper. Wie beim Shiatsu beziehen sich die Bewegungen auf die Meridiane, also auf die Energiebahnen des Körpers. Auf diese Weise soll die Lebensenergie wieder fließen und seelische Blockaden sollen sich lösen.

Aber die Berührungen und Bewegungen gelten auch der Muskulatur und den inneren Organen. Wie bei einer klassischen Massage und einer passiven Bewegungstherapie ist das Ziel, eine Entspannung herbeizuführen.

Wichtig ist, dass der Klient nie in die Situation kommt, selbst reagieren zu müssen. Stattdessen muss er sich fallen lassen und dem Therapeuten vertrauen können. Der Therapeut wiederum muss jederzeit die Kontrolle über den Körper im Wasser haben.

  1. Wo hat die Anwendung ihren Ursprung?

Die Massage- und Entspannungstherapie als eine Form von Körperarbeit im Wasser geht auf Harold Dull zurück. Der Shiatsu-Meister war zwanzig Jahre lang Leiter eines Therapie- und Ausbildungszentrums im kalifornischen Harbin Hot Springs.

1980 stellte Dull die von ihm entwickelte Methode der Öffentlichkeit vor und brachte im weiteren Verlauf mehrere Bücher dazu auf den Markt.

In der Schweiz ist WATSU ein eingetragenes Markenzeichen. Aus diesem Grund dürfen nur Therapeuten die Bezeichnung verwenden, die entsprechend autorisiert sind. In Deutschland wird die Anwendung in Thermen und Thermalbädern, aber auch in Rehabilitationseinrichtungen angeboten.

  1. Wie läuft eine Anwendung ab?

Die Behandlung findet in etwa 35 Grad warmem Wasser statt. Der Therapeut und der Klient sind gemeinsam im Wasser. Zuvor gibt es ein kurzes Vorgespräch, bei dem sich der Therapeut nach Beschwerden und körperlichen Einschränkungen erkundigt und den Ablauf erklärt.

Anschließend legt er kleine Luftkissen an die Beine an, die dabei helfen, dass der Körper an der Wasseroberfläche bleibt.

Für WATSU begibt sich der Klient in Rückenlage. Sein Gesicht bleibt die ganze Zeit über dem Wasser, sodass er jederzeit frei atmen kann. Der Therapeut stützt den Kopf, indem er seine Hand darunterlegt. Dann schließt der Klient seine Augen und entspannt sich. Während er scheinbar schwerelos auf dem Wasser treibt, führt der Therapeut behutsame Dehnbewegungen durch, mobilisiert die Gelenke und massiert bestimmte Reflexpunkte.

Das sanfte Wiegen, Schaukeln und Kneten sorgt schnell dafür, dass der Klient die Umgebung um sich herum vergisst und in einen Zustand der Tiefenentspannung kommt.

Im Idealfall spricht WATSU alle Sinne an. Leise Klänge unter Wasser, angenehme Dufte, das warme Wasser und das ruhige Ambiente im Thermalbad lassen die Behandlung zu einem echten Kurzurlaub für den Körper und die Seele werden.

Der Klient kann dem Stress des Alltags entfliehen und fühlt sich nach der Behandlung oft wesentlich ausgeruhter und erholter als zum Beispiel nach einer normalen Massage oder einem Saunagang.

Zudem empfinden es viele Klienten als äußerst angenehm, die Kontrolle abzugeben und sich einmal wirklich komplett fallen zu lassen.

  1. Wie wirkt WATSU?

Ähnlich wie beim Shiatsu ist eine tiefe Entspannung der wichtigste Effekt von WATSU. Das Vertrauen in den Therapeuten und das Gefühl, getragen zu werden, lassen in Kombination mit dem warmen Wasser eine Schwerelosigkeit entstehen, die der Klient bewusst und im übertragenen Sinne wahrnehmen kann.

Neben der Entspannungs- und Massagetechnik kommen die Wirkungsweisen des Wassers zum Tragen. Dazu gehört, dass die Durchblutung angeregt wird, die Gelenke entlastet sind und die Wärme das Wohlbefinden steigert.

Durch verschiedene Bewegungen und Handgriffe kann der Therapeut die Atmung des Klienten steuern. Deshalb lassen sich mit WATSU auch ähnliche Effekte wie bei der Atemtherapie erzielen.

WATSU wird immer öfter als Wellness-Anwendung in Thermen, Spas und Thermalbädern angeboten. Aber die Behandlung findet auch in der psychosomatischen Rehabilitation und in alternativmedizinischen Konzepten Anwendung.

Hier geht es zum einen um die entspannende Wirkung und zum anderen um positive Effekte bei Beschwerden wie Verspannungen, Gelenkproblemen und Rückenschmerzen.

Aus medizinischer Sicht ist das Wirkprinzip von WATSU bisher wenig erforscht. Es gibt nur vereinzelte Studien, die gezeigt haben, dass die Wassermassage die Therapiemaßnahmen bei Depressionen, Angstzuständen, Migräne, Fibromyalgie und Erkrankungen des Bewegungsapparates positiv unterstützen kann.

  1. Für wen ist WATSU geeignet und wer sollte besser verzichten?

Grundsätzlich gelten bei WATSU die gleichen Empfehlungen wie bei allen Varianten von Wassertherapien. Das Alter, die körperliche Fitness oder das Gewicht spielen keine nennenswerte Rolle.

Entscheidend ist zunächst, dass sich der Klient im Wasser wohlfühlt und bereit ist, dem Therapeuten zu vertrauen und sich treiben zu lassen.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, fortgeschrittener Arteriosklerose, akutem Fieber oder Hautkrankheiten mit offenen Wunden sollte aber unbedingt Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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