8 Basisfragen zu Thermalbädern

8 Basisfragen zu Thermalbädern

Ein edles Ambiente, eine ruhige Atmosphäre, angenehm warmes Wasser und viele wohltuende Anwendungen: Der Besuch eines Thermalbads ist Balsam für den Körper und die Seele. Er hilft dabei, Stress abzubauen, sich zu entspannen und neue Kräfte zu tanken.

Zudem kann er Beschwerden lindern und den Heilungsprozess bei verschiedenen Krankheiten fördern. Ein Tag im Thermalbad kann genauso effektiv sein wie ein Kurzurlaub. So jedenfalls lauten gängige Beschreibungen. Doch stimmt das wirklich? Ist der Besuch in der Therme tatsächlich so gesund und wohltuend?

Der folgende Beitrag beantwortet acht Basisfragen zu Thermalbädern!:

 

Frage 1: Was ist ein Thermalbad eigentlich genau?

Ein Thermalbad ist grundsätzlich nichts anderes als ein Becken, das mit warmem Wasser befüllt ist. Wer sich zu Hause warmes Wasser in seine Badewanne einlässt, hat somit im Prinzip in kleines, privates Thermalbad in den eigenen vier Wänden. Ein echtes Thermalbad hat gegenüber der heimischen Badewanne aber ein paar entscheidende Pluspunkte zu bieten.

So befindet sich in den Becken nicht irgendein warmes Wasser, sondern die Becken sind mit Thermalwasser, manchmal sogar mit Heilwasser befüllt. Außerdem sind die Becken deutlich größer als die Badewanne.

Deshalb kann der Thermenbesucher in den Becken schwimmen, planschen, sich treiben lassen, darin gehen und viele andere Bewegungen durchführen. Damit wird der Aufenthalt im Wasser zu Training, wohltuender Anwendung und Spaß in einem.

 

Frage 2: Warum haben Thermalbäder manchmal ein etwas angestaubtes Image?

Früher waren Thermen und Thermalbäder in klassischen Kurorten angesiedelt. Besucher suchten diese Orte auf, wenn sie in Kur gingen. Auch heute noch sind Badekuren möglich, bei denen der Arzt dann bestimmte Bäder und Anwendungen im Wasser verordnet.

Das ruhige und gediegene Ambiente machte Thermen zudem vor allem für ein älteres Publikum interessant. Im Unterschied zu klassischen Familien- und Freizeitbädern gibt es in Thermen oft weder Kinderbecken noch Rutschen und auch wildes Toben im Wasser wird nicht gerne gesehen. Im Laufe der Zeit haben viele Thermen ihre Konzepte aber umgestellt und modernisiert.

In Zeiten, in denen Hektik und Stress den Alltag bestimmen und immer mehr Menschen unter psychischen Erkrankungen, Depressionen oder Burn-Out leiden, möchten die Thermen auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Viele Thermalbäder haben deshalb nichts mehr mit den alterwürdigen Badeanstalten mit Kurcharakter zu tun, sondern sind vielmehr zu Erlebnisbädern mit vielseitigen Wasser- und Saunalandschaften geworden.

 

Frage 3: Woher kommt das Wasser im Thermalbad?

Das Wasser in Thermalbädern stammt in aller Regel aus natürlichen Quellen und wird aus Tiefen von über 1.000 Metern nach oben gefördert. Ist das Quellwasser mindestens 20 Grad Celsius warm, wenn es aus der Erde sprudelt, darf sich die Therme als staatlich anerkanntes Thermalbad bezeichnen.

Dies gilt auch dann, wenn das Quellwasser im Thermalbad auf eine angenehm warme Temperatur erwärmt wird. Häufiger ist aber der umgekehrte Weg, also dass heißes Wasser aus der Quelle sprudelt und auf eine Wohlfühltemperatur heruntergekühlt wird.

 

Frage 4: Was steckt im Thermalwasser?

Welche Inhaltsstoffe Thermalwasser enthält und wie die Inhaltsstoffe zusammengesetzt sind, hängt davon ab, aus welcher Quelle das Wasser stammt und aus welcher Tiefe es gefördert wird. Typische Inhaltsstoffe von Thermalwasser sind aber Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Jod, Selen, Sulfate, Schwefelwasserstoff oder Kohlendioxid.

Ist die Konzentration solcher Mineralstoffe ausreichend hoch, wirken sie gesundheitsfördernd und können verschiedene Beschwerden lindern. Kennzeichnet sich das Thermalwasser durch einen hohen Salzgehalt, wird von einer Sole gesprochen.

Eine sehr hohe Salzkonzentration macht es möglich, auf der Wasseroberfläche zu treiben, ohne einzusinken oder gar unterzugehen. Positive Effekte hat eine Sole vor allem bei Hautkrankheiten.

 

Frage 5: Ist das Schwimmen in warmem Wasser gesund?

Die Bewegung in Wasser trainiert den Kreislauf und den Bewegungsapparat, ohne dabei die Gelenke zu belasten. Davon profitieren Menschen mit Übergewicht, aber auch mit Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma, Osteoporose oder Muskelproblemen. In Thermalbädern kommt hinzu, dass das Wasser verschiedene wertvolle Inhaltsstoffe enthält.

Je nach Quelle können dies beispielsweise Mineralstoffe, Salze, Schwefel oder Kohlensäure sein. Diese Inhaltsstoffe können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Schwefel etwa kann dabei helfen, Hautprobleme zu lindern, während Kohlensäure die Durchblutung ankurbelt.

Ein weiterer positiver Effekt ergibt sich durch das warme Wasser. Denn das warme Wasser trägt zur Erholung bei, fördert die Entspannung und vermittelt ein wohliges, behagliches Gefühl. Das Baden in warmem Thermalwasser ist also tatsächlich gesund.

 

Frage 6: Welche Wassertemperatur ist optimal?

Je aktiver die Bewegung im Wasser sein soll, desto niedriger sollte die Wassertemperatur sein. Für Wassersport wie beispielsweise ein Schwimmtraining oder Aquagymanstik eignet sich kühleres Wasser mit einer Temperatur von etwa 24 Grad Celsius besser.

Ist das Wasser deutlich wärmer, wird das Training als anstrengend empfunden und der Wassersportler ist schneller müde und erschöpft. Eine Wassertemperatur zwischen 34 und 36 Grad Celsius hingegen wird als thermoneutral bezeichnet. Thermoneutral bedeutet, dass die Wassertemperatur in etwa der Körpertemperatur entspricht.

Da der Körper die Temperatur folglich nicht ausgleichen muss, kann in solchem Wasser länger gemütlich geschwommen und entspannt werden, ohne zu frieren oder ins Schwitzen zu kommen.

 

Frage 7: Worauf sollte bei einem Thermalbadbesuch geachtet werden?

Ein Thermalbadbesuch soll die Erholung fördern und zur Entspannung beitragen. Wichtig ist deshalb, genug Zeit für den Besuch einzuplanen, um zwischen den verschiedenen Aktivitäten und Anwendungen immer wieder Ruhepausen einlegen zu können.

Zudem sollte der Besucher anfangs nicht zu lange im Wasser bleiben. Das warme Wasser wirkt zwar angenehm und wohltuend, macht aber auch müde und kann den Kreislauf belasten. Liegen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes vor, sollte der Besucher außerdem im Auge behalten, wie sein Körper auf das Wasser reagiert.

 

Frage 8: Wer sollte besser auf den Besuch in der Therme verzichten?

Bei offenen Wunden und unmittelbar nach Operationen sollte auf den Thermalbadbesuch verzichtet werden. In öffentlichen Wasserbecken wird dem Wasser zur Desinfizierung zwar oft Chlor oder Ozon beigemischt, Entzündungen lassen sich aber trotzdem nicht ausschließen.

Zudem würde der Besucher möglicherweise selbst Keime und andere Krankheitserreger ins Wasser bringen. Hat der Besucher Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, sollte er mit seinem Arzt besprechen, ob und in welchem Rahmen für ihn das Thermalbaden in Frage kommt.

Ansonsten dürfte meist nichts gegen einen Besuch in der Therme sprechen. Im Zweifel kann die Rücksprache mit dem Arzt aber nie schaden!

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