Infos und Tipps rund um Anwendungen mit Heublumen, 1. Teil

Infos und Tipps rund um Anwendungen mit Heublumen, 1. Teil

Heublumen bestehen aus Pflanzenteilen von verschiedenen Gräsern und Kräutern, die auf Wiesen wachsen und bei der Heuernte übrig bleiben. In der Volksmedizin haben die Mischungen eine lange Tradition. Doch auch in der modernen Naturheilkunde und im Wellness-Bereich werden Heublumen für Umschläge, Wickel und Bäder eingesetzt.

Anzeige

Infos und Tipps rund um Anwendungen mit Heublumen, 1. Teil

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir die wichtigsten Infos und Tipps rund um Anwendungen mit Heublumen zusammengetragen!:

Was genau sind Heublumen?

Hinter der Bezeichnung Heublumen steht nicht eine bestimmte Pflanzenart. So etwas wie DIE Heublume gibt es also nicht. Stattdessen handelt es sich bei Heublumen um verschiedene Gräser und Wiesenkräuter, die übrig bleiben, wenn das Heu geerntet wird.

Für Heublumen-Mischungen werden Blüten, Samen, Blätter und Stängel verwendet. Den größten Teil machen die Pflanzenteile von Süßgräsern aus. Im Volksmund werden Heublumen deshalb auch als Grasblüten bezeichnet.

Dazu kommen weitere Pflanzen wie zum Beispiel Klee, Löwenzahn, Wegerich oder Klatschmohn.

Heublumen kommen in ganz Europa auf Weiden und Wiesen vor. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Graminis flos oder Flores graminis. Sie enthalten verschiedene Inhaltsstoffe und können deshalb je nach Mischung und Anwendungsform bei verschiedenen Beschwerden Linderung verschaffen.

Welche Inhaltsstoffe haben Heublumen?

Welche Inhaltsstoffe eine Mischung aus Heublumen hat, hängt davon ab, welche Pflanzen in welchen Mengen vorhanden sind. Auch der Zeitpunkt der Heuernte und die Art der Wiese oder Weide spielt eine Rolle. Ein Magerrasen zum Beispiel liefert andere Pflanzenmischungen als eine Feuchtwiese.

Gerbstoffe sind so gut wie immer enthalten. Sie hemmen Entzündungen, regen die Verdauung an und wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze. Dazu kommen Bitterstoffe, Cumarine und ätherische Öle.

Heublumen-Mischungen bestehen überwiegend aus Süßgräsern. Die weiteren Pflanzen, die enthalten sind, steuern dann weitere Inhaltsstoffe bei.

Löwenzahl zum Beispiel enthält Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Phosphor. Außerdem stecken im Löwenzahl die Vitamine A, C und K. Die verschiedenen Arten vom Spitzwegerich steuern neben Bitter- und Gerbstoffen zum einen Inhaltsstoffe bei, die antibakteriell wirken, und zum anderen Schleimstoffe, die Reize mildern.

Der Wiesenklee wird auch Rotklee genannt. Ist er in der Mischung enthalten, erhöht sich der Gehalt an Cumarin. Die Kornblume wiederum enthält unter anderem Harze und Salicylsäure, die Schmerzen lindert. Klatschmohn hingegen ist reich an Alkaloiden.

Was sind typische Anwendungsgebiete von Heublumen?

In der Volksmedizin und in der Naturheilkunde wird gerne mit Heublumen gearbeitet. Denn die verschiedenen Inhaltsstoffe der Heublumen können bei diversen Beschwerden und Erkrankungen Linderung verschaffen. Aber auch im Wellness-Bereich haben Heublumen einen festen Platz gefunden.

Der angenehme Duft in Verbindung mit der wohltuenden Wärme bei Umschlägen, einem Bad oder in der Sauna helfen dabei, zur Ruhe zu kommen und zu entspannen.

Für eine äußerliche Anwendung werden Heublumen immer erwärmt, üblicherweise auf etwa 42 Grad Celsius. Dadurch wird eine Wirkung als lokales Wärmetherapeutikum möglich. Die gleichmäßige Wärme verbessert die Durchblutung der Organe und des Gewebes, macht das Gewebe elastischer und kurbelt den Stoffwechsel an.

Im Ergebnis werden Gelenkentzündungen, rheumatische Beschwerden und Muskelschmerzen gelindert und verspannte Muskeln gelockert.

Bitter- und Gerbstoffe, Cumarine und ätherische Öle können die Wärmetherapie unterstützen. Allerdings ist der heilende Effekt durch die Inhaltsstoffe in den Heublumen mit Blick auf Entzündungen in den Gelenken und Muskelschmerzen wissenschaftlich nicht belegt.

Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass wissenschaftliche Studien wiederholbar sein müssen. Bei Heublumen ist genau das aber praktisch unmöglich, denn die Zusammensetzung einer Heublumen-Mischung ist bei jeder Ernte anders.

Für einzelne Pflanzen hingegen, die in Mischungen aus Heublumen regelmäßig vorhanden sind, gibt es wissenschaftliche Nachweise. Das gilt zum Beispiel für Klee, der pflanzliche Östrogene enthält.

Weil sie gegen Menstruationsschmerzen und typische Beschwerden in den Wechseljahren wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder eine erhöhte Reizbarkeit helfen, werden Anwendungen mit Heublumen gerne bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Auch gegen Ende einer Schwangerschaft wird oft zu Heublumen-Bädern geraten, um den Beckenboden zu lockern.

Ein weiterer typischer Anwendungsbereich von Heublumen betrifft die Verdauung und Entzündungen. So wirkt zum Beispiel Wegwarte gegen Magen-Darm-Beschwerden und fördert den Appetit. Löwenzahl stimuliert die Leber, die Galle, den Darm und die Nieren, regt den Appetit und die Verdauung an, hilft bei Völlegefühl und bei Blähungen, wirkt leicht abführend und mildert die Schmerzen bei Hämorrhoiden.

Auch bei Husten und fiebrigen Entzündungen der Atemwege kann Löwenzahl helfen. Wegerich wiederum hemmt Entzündungen, schützt die Schleimhäute und hat eine antiseptische und antibakterielle Wirkung. Außerdem stillt er Blutungen, zieht das Gewebe zusammen und lässt Schwellungen zurückgehen.

Viele Gräser, Pflanzen und Kräuter, die in Heublumen-Mischungen vorkommen, enthalten Flavonoide. Sie hemmen Entzündungen, wirken antioxidativ und bekämpfen schädliche Mikroorganismen. Auch ätherische Öle lindern oft Entzündungen und kurbeln die Durchblutung an.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  Was ist eine Textilsauna?

Gerbstoffe wiederum verhindern, dass sich Bakterien und Pilze ausbreiten, trocknen aus und stillen Blutungen. Cumarine schließlich sorgen indirekt dafür, dass das Blut nicht so schnell gerinnt.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Infos und Tipps rund um Anwendungen mit Heublumen, 1. Teil

Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Armin Seckmann, - Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, - Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, - Wellness Beraterin, Christian Gülcan - Betreiber und Redakteur dieser Webseite und Murat Gülcan, Wellness- & Spa Fan der in 20 Jahren sämtliche Thermalquellen bereiste, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheitsthemen.

Kommentar verfassen

blank