Medizinische Aufgüsse in der Sauna, 2. Teil

Medizinische Aufgüsse in der Sauna, 2. Teil

Es ist keine neue Erkenntnis, dass regelmäßige Saunagänge das Immunsystem stärken, die körperliche Gesundheit fördern und das seelische Gleichgewicht stützen. Aber das Saunieren kann auch ganz gezielt eingesetzt werden, um heilende Effekte zu erzielen. Das geschieht mithilfe von medizinischen Aufgüssen. In Verbindung mit der Hitze entfalten bestimmte ätherische Öle Wirkungen, die verschiedene Beschwerden lindern und die Genesung unterstützen.

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Medizinische Aufgüsse in der Sauna, 2. Teil

Vom Ablauf her wird ein medizinischer Aufguss genauso durchgeführt wie ein normaler Aufguss. Der entscheidende Unterschied ergibt sich durch die Öle. Als medizinische Öle werden sie über die Nase aufgenommen und entfalten dann eine heilende Wirkung im Körper.

In vielen Thermen und Thermalbädern werden solche Öle verwendet. Die Aufgüsse sind aber oft nicht gesondert als medizinische Aufgüsse ausgewiesen. Für einen Saunagänger ist es deshalb nützlich, wenn er die Wirkung der verschiedenen Öle kennt. Denn so kann er sich einen Aufguss aussuchen, der seiner Gesundheit gezielt auf die Sprünge hilft.

In einer zweiteiligen Übersicht nennen wir zehn häufige Krankheitsbilder und medizinische Aufgüsse in der Sauna dazu, die Linderung verschaffen können. Dabei ging es im 1. Teil um Erkältungen und Asthma, Entzündungen, Schmerzen, Schlafstörungen und ein angeschlagenes Immunsystem.

Hier ist der 2. Teil!:

  1. Hautprobleme

In der Sauna hat die Haut ohnehin viel zu tun. Durch die Hitze öffnen sich die Poren und das Schwitzen führt dazu, dass abgestorbene Hautzellen abtransportiert werden. Auf diese Weise reinigt sich die Haut und ihre Erneuerung kommt in Gang.

Der Erneuerungsprozess kann aber mit den richtigen Ölen noch etwas angekurbelt werden. Ein probates Mittel an dieser Stelle ist Grapefruit. Die Zitrusfrucht punktet nicht nur mit einem aromatisch-frischen Duft, sondern wirkt auch antiseptisch und kann kleinere Entzündungen lindern. Auch die Öle aus grünen Äpfeln helfen der Haut dabei, sich zu regenerieren.

Aufwändige Peelings sind also gar nicht notwendig. Für einen frischen, rosigen und gesunden Teint genügt es schon, sich auf die Holzbank zu setzen, sich entspannt zurückzulehnen und während eines ausgiebigen Schwitzbades der Hitze die Arbeit zu überlassen.

  1. Stress

Im hektischen Alltag, in dem ein Termin den nächsten jagt und der Berg an Aufgaben nicht abnehmen will, sind kleine Auszeiten eine echte Wohltat für den Körper, den Geist und die Seele. Ein ausgedehntes Saunabad kommt da wie gerufen.

Der Saunagänger hat Zeit nur für sich, kann zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen, während das Handy ausgeschaltet draußen bleibt. Durch dieses Herunterfahren stellt sich eine psychische und eine physische Entspannung ein.

Ein medizinischer Aufguss kann diesen Effekt verstärken. Allein schon dem Bademeister dabei zuzusehen, wie er den Aufguss vorbereitet und durchführt, und die wohltuenden Dämpfe zu genießen, die sich daraufhin in der Kabine ausbreiten, sorgt für Entspannung. Noch intensiver wird das Erlebnis mit den richtigen Aromen.

Die Öle von Lavendel, Maiglöckchen, Kamille oder Wacholder wecken Erinnerungen an einen Spaziergang durch frühlingshafte Natur. Schließt der Saunagänger seine Augen und atmet tief ein, weicht der Stress dem Gefühl von Wärme, Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Lebenskraft.

  1. Traurigkeit

In der kalten Jahreshälfte verfallen viele Menschen in einen Blues. Die Dunkelheit, das triste Grau und die Kälte schlagen aufs Gemüt. Auch wenn es gar keinen konkreten Anlass gibt, ist die Stimmung irgendwie gedrückt und der Antrieb fehlt.

Tatsächlich ist es die dunkle und nasskalte Witterung ohne wärmenden Sonnenschein, die für die Trübsal verantwortlich ist. Eine Saunagang kann hier schnell Abhilfe schaffen.

Dabei gibt es spezielle Aufgüsse, die die schlechte Stimmung vertreiben. Bewährt hat sich dabei vor allem Menthol. Der frische Duft hilft nicht nur bei Erkältungen, sondern sorgt für neuen Schwung und hebt damit automatisch die Laune. Nach dem Saunagang mit Menthol-Aufguss fällt es so leicht, den Heimweg erholt und mit einem Lächeln im Gesicht anzutreten.

  1. Harntreibende Öle

Ein harntreibender Aufguss erscheint im ersten Moment vielleicht etwas ungewöhnlich oder seltsam. Doch bei genauerem Hinsehen macht so ein Aufguss durchaus Sinn. In der Sauna kommt der Körper ins Schwitzen und transportiert auf diese Weise verschiedene überschüssige Stoffe ab.

Wie der Schweiß ist auch der Harn ein wichtiger Träger, um Abbauprodukte und Giftstoffe aus dem Körper zu befördern. Insofern kann es nicht schaden, diesen Prozess zu unterstützen. Dadurch wird die Schwitzkur zu einer wohltuenden und gleichzeitig intensiven Reinigung.

Um eine harntreibende Wirkung zu erzielen, ist Pfeffer die beste Wahl. Allerdings hat Pfeffer einen recht speziellen Duft, der nicht jedermanns Sache ist. Eine gute Alternative können deshalb Birke, Kirsche oder Wacholder sein. Ihre Öle wirken zwar etwas schwächer als Pfeffer, duften dafür aber aromatischer und angenehmer.

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Armin Seckmann, - Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, - Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, - Wellness Beraterin, Christian Gülcan - Betreiber und Redakteur dieser Webseite und Murat Gülcan, Wellness- & Spa Fan der in 20 Jahren sämtliche Thermalquellen bereiste, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheitsthemen.

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