Tattoo und Therme – 4 Fragen

Tattoo und Therme – 4 Fragen

Ein romantischer Schriftzug auf dem Unterarm, ein farbenfroher Schmetterling im Genick, bunte Blumenranken auf dem Rücken oder ein Familienportrait auf der Wade: Viele Tätowierungen sind echte Kunstwerke aus reichlich Tinte und viel Farbe. Und wenn so ein Kunstwerk schon den Körper schmückt, soll er auch präsentiert werden. Schließlich haben Tattoos längst keine anrüchige Note mehr und die schmerzhafte Prozedur soll sich gelohnt haben.

Tattoo und Therme - 4 Fragen

Ein Besuch im Thermalbad und in der Sauna scheint eine optimale Lösung zu sein. Denn viele Thermen sind textilfrei und sauniert wird hierzulande ohnehin nackt. Kleidung, die das schöne Tattoo bedeckt, ist damit kein Thema. Gleichzeitig sorgt das warme Wasser dafür, dass sich Körper und Geist wunderbar entspannen können.

Doch wie ist das eigentlich:

Vertragen sich Tattoo und Therme überhaupt? Könnten das Salzwasser und der Schweiß die Tätowierung ausbleichen? Und wie lange muss ein frisches Tattoo vor dem Thermenbesuch abheilen?

Wir beantworten vier Fragen zum Thema!:

  1. Was passiert beim Stechen eines Tattoos mit der Haut?

Beim Tätowieren sorgen viele kleine Nadelstiche dafür, dass Farbpigmente in die Lederhaut eingebracht werden. Diese Hautschicht, die sogenannte Dermis, wird durch ein komplexes Gefäßsystem versorgt.

Das Gefäßsystem ist einerseits für den Austausch von Wasser, Botenstoffen, Zellen und Stoffwechselprodukten zuständig. Andererseits reagiert es mit Entzündungen, um Fremdorganismen und Antigene abzuwehren.

Die Farbstoffe, die beim Tätowieren in die Haut gelangen, sind fremde Substanzen. Aus diesem Grund werden Abwehrzellen aktiviert, die eine entzündliche Reaktion hervorrufen. Dabei transportieren die sogenannten Fresszellen die Farbpigmente zum Teil ab und kapseln sie teilweise ein.

Die eingekapselten Pigmente bleiben dann als dauerhaftes Tattoo zurück, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist.

  1. Wann sollte nach dem Tätowieren ein Arzt aufgesucht werden?

Letztlich ist ein frisches Tattoo nichts anderes als eine offene Wunde. Deshalb ist es völlig normal, wenn die Haut zunächst gerötet und geschwollen ist und schmerzt. Je nachdem, wo sich das Tattoo befindet und wie groß es ist, können die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Wenn die Wunde normal verheilt, sollten die unangenehmen Begleiterscheinungen aber von Tag zu Tag besser werden. Verwandeln sich die Schmerzen in ein Jucken, ist das ein gutes Zeichen. Denn das Jucken signalisiert, dass die Haut heilt.

Wenn die Schmerzen aber zunehmend heftiger werden, die Schwellung größer wird oder sich die Rötung ausweitet, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn plötzlich Fieber oder Schüttelfrost auftreten.

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Denn das sind Alarmzeichen, die darauf hinweisen, dass der Körper die Wundheilung nicht bewältigen kann. Neben einer Blutvergiftung kann außerdem eine Kontaktallergie auf bestimmte Farbsubstanzen die Ursache sein.

Für Leute, die an Hauterkrankungen wie Knötchen- oder Schuppenflechte leiden, ist wichtig zu wissen, dass ein Tattoo einen meist lokalen Ausbruch der Erkrankung hervorrufen kann. In diesem Fall wird vom Köbner-Phänomen gesprochen.

  1. Wie lange sollte nach dem Stechen des Tattoos mit einem Thermenbesuch gewartet werden?

Normalerweise dauert es um die zwei Wochen, bis ein Tattoo abgeheilt ist. Solange ist der Besuch von Therme und Sauna tabu. Denn bei einem Tattoo handelt es sich um eine Verletzung, die eine Entzündung hervorruft. Folglich ist die natürliche Barriere der Haut, die sie sonst vor äußeren Umwelteinflüssen schützt, gestört.

Die Wunde wiederum kann zu einer Eintrittspforte für Keime und Bakterien werden, die noch weit gefährlichere Infektionen auslösen können. Starkes Schwitzen in der Sauna, Schwimmen, Massagen und ähnliche Dinge sind allesamt Situationen, die das Risiko einer solchen Infektion erhöhen.

Dass in den ersten beiden Wochen nach dem Stechen des Tattoos kein Thermenbesuch stattfinden sollte, ist aber nur ein Richtwert. Denn jeder Körper verhält sich anders. Außerdem spielt auch die Größe des Tattoos eine Rolle.

Es kann durchaus sein, dass es deutlich länger dauert, bis die tätowierte Haut tatsächlich komplett abgeheilt ist. Deshalb gilt es, genau hinzusehen. Wenn sich die Haut wieder ganz glatt anfühlt, nicht mehr gerötet und geschwollen ist und weder schmerzt noch juckt, sollte dem Thermenbesuch nichts mehr im Wege stehen.

  1. Wie gut vertragen sich Tattoo und Therme generell?

Die Farbpigmente einer Tätowierung befinden sich nicht auf der Hautoberfläche, sondern in einer tieferen Hautschicht. Deshalb können sie weder von Schweiß noch von Salz- oder Chlorwasser ausgewaschen werden. Auch die heiße Luft in der Sauna hat keinen Einfluss auf das Tattoo.

Wenn die Tätowierung gut verheilt oder schon älter ist, steht einem ausgiebigen Wohlfühl-Tag mit Schwimmen in Thermalwasser, Solebad, Sauna und Massage nicht entgegen. Ratsam ist aber, die Haut später gut einzucremen.

Denn Wasser und Schweiß können die Haut austrocknen, was auch dem Tattoo nicht gut bekommt.

Im Sommer ist außerdem ein guter Sonnenschutz wichtig. Denn die UV-Strahlen sind schädlich für die Haut, egal ob sie tätowiert ist oder nicht. Bei einem Tattoo kommt aber dazu, dass die UV-Strahlen die Farben im Laufe der Zeit ausbleichen. Deshalb sollte die Haut sorgfältig eincremt und nicht zu lange dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein.

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Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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