Thermalbäder in der Toskana

Thermalbäder in der Toskana

Wunderbare Landschaften, ein angenehmes Klima, eine reiche Kultur und eine hervorragende Küche: Die Toskana zählt nicht umsonst zu den sehr beliebten Urlaubsgegenden. Doch die schöne Gegend in Italien hat auch in Sachen Gesundheit und Wellness einiges zu bieten.

Thermalbäder Toskana

Immerhin ist sie die Region mit den meisten Thermalquellen. Und die Thermalbäder in der Toskana haben eine lange Tradition. So wussten schon die Etrusker und die Römer die heilsame Wirkung des Wassers zu schätzten. Im Mittelalter sorgten dann Päpste und der Adel dafür, dass die Thermalbadkultur fortgeführt und ausgebaut wurde.

Auf diese Weise entstanden herrliche Anlagen, in denen der Charme längst vergangener Tage bis heute zu spüren ist. Die offiziellen Thermen und Thermalbäder werden in der Toskana durch natürliche Quellen ergänzt.

Sie sind idyllisch in die freie Natur eingebettet und können größtenteils kostenfrei genutzt werden.

 

Thermalbäder in der Toskana

Früher suchten vor allem Kranke die toskanischen Thermen auf. Heute zieht es auch Gäste in die Thermalbäder, die ihren Aufenthalt in der Toskana um ein bisschen Beauty und Wellness ergänzen oder sich einfach einmal etwas Gutes tun möchten. Dabei können die Besucher zwischen Badekuren in vielen verschiedenen Varianten wählen.

Je nach Zusammensetzung des Wassers haben einige Thermalkuren therapeutische Wirkungen. So können sie beispielsweise rheumatische Beschwerden lindern, Entzündungen entgegenwirken, den Blutdruck senken oder bei Hautkrankheiten helfen. Andere Anwendungen kümmern sich um das Aussehen und das Wohlbefinden. Schlammpackungen, Trinkkuren, Peelings und Massagen, warme Umschläge oder Atemkuren in natürlichen Grotten sind nur ein paar Beispiele für die breitgefächerten Angebote.

Die Thermalanlagen verteilen sich über die gesamte Toskana. Angefangen im Norden am apuanischen Alpenrand bis hin zum Vulkan Monte Amiata im Süden, finden sich praktisch überall kleinere Thermalquellen und größere Thermalbäder.

 

Bagno Vignoni

Im Mittelalter und während der Renaissance war Bagno Vignoni das prächtigste Thermalbad. Südlich von Siena in der hügeligen Lehmlandschaft der Crete gelegen, ließ sich Papst Pius II. im 15 Jahrhundert hier einen kleinen Palast errichten. Dadurch wurde der Ort seinerzeit zu einem beliebten Ziel der Reichen und Schönen. Heute wird der Papstpalast als Hotel genutzt.

Der Thermalort wiederum lädt zu einem Bummel durch das kleine, historische Stadtzentrum ein. Hier befindet sich auch ein antikes Thermalbecken. Das Baden ist darin zwar nicht gestattet, aber die eindrucksvolle Kulisse mit der einstigen Thermalanlage und den hübschen Geschäften und Restaurants in den antiken Gebäuden garantiert tolle Erinnerungsfotos.

Geht der Besucher die Straße Richtung Ortsausgang weiter, gelangt er zu einer kleinen Thermalquelle. Nach einer kurzen Pause und einem wohltuenden Fußbad kann der Besucher den Weg der Quelle weiterverfolgen. Sie fließt nämlich über die Felsen in ein natürliches Thermalbecken.

 

San Casciano dei Bagni und Bagni San Filippo

Etwa 40 Kilometer entfernt im Orcia-Tal gelegen, befindet sich San Casciano dei Bagni. Hier kann der Besucher ein Bad in antiken, natürlichen Thermalwannen nehmen.

Dazu folgt er einfach der Beschilderung im Ortszentrum. Nach ein paar Minuten erreicht er einen Parkplatz und von hier aus geht es zu Fuß weiter, vorbei an hübschen Gärten und einem kleinen Ratsplatz mit Tischen und Bänken. Bei den Wannen handelt es sich um einfache, antike Becken mit Thermalwasser. Mag es der Besucher luxuriöser, kann er natürlich auch die örtliche Thermalanlage aufsuchen.

Die nächste sehenswerte Station erreicht der Besucher nach rund 30 Kilometern. Die natürlichen und überaus eindrucksvollen Thermen Bagni San Filippo sind malerisch in Kalkfelsen eingebettet. Um dorthin zu kommen, lässt der Besucher sein Auto an der Straße vor dem Ortseingang stehen und folgt dann dem Feldweg, der durch einen Wald führt.

 

Saturnia und Petriolo

Über den Monte Amiata kommt der Besucher nach rund 50 Kilometern nach Saturnia. Saturnia gehört zu den bekanntesten Thermal-Badeorten in der Toskana und ist vor allem für die Heilkraft des schwefelhaltigen Wassers berühmt. Schon die Etrusker kamen hierher, um Rheuma und Kreislaufbeschwerden zu lindern. Seinerzeit hieß der Ort aber noch Borgo.

Der römische Diktator Sulla ließ das kleine Städtchen im Jahr 82 vor Christus zerstören. Nach dem Wiederaufbau wurde es dann umbenannt. Heute kann es sich der Besucher entweder in der wunderschönen Thermalanlage gut gehen lassen, an die auch ein Hotel angeschlossen ist.

Oder er entscheidet sich für ein Bad in den natürlichen Kalksteinkaskaden Casacte del Mulino. Hier hat die Natur im Laufe der Jahrhunderte Becken erschaffen, in denen sich das 37,5 Grad Celsius warme Thermalwasser sammelt.

Raus aus dem Hinterland kommt der Besucher nach etwa 80 Kilometern in Richtung Meer in Petriolo an. In Petriolo gibt es ebenfalls ein sehr schönes Thermalzentrum mit Hotel. Doch auch hier kann der Besucher kostenfrei in natürlicher Umgebung baden. Die Thermalquellen speisen einen Fluss und fließen weiter in angelegte Wannen. Verfehlen kann der Besucher die Thermen übrigens nicht. Denn der typische Geruch, der ein bisschen an faule Eier erinnert, wird ihm den Weg weisen.

 

Die Montecatini und die Casciana Terme

Zwei weitere Orte, die sich der Besucher bei seiner Tour durch die Thermalbäder in der Toskana nicht entgehen lassen sollte, sind die Montecatini und die Casciana Therme. Die Montecatini Terme in der Provinz Pistoia beherbergt eine elegante Thermalanlage aus dem vergangenen Jahrhundert.

Eingebettet in einen romantischen Park, sind die Thermalbäder vor allem für ihre Trinkkuren bei Magen-, Leber-, Galle- und Darmbeschwerden und für ihre Anwendungen bei Rheuma, Diabetes, Hautkrankheiten und Erkrankungen der Atemwege bekannt. Der 42. 000 Quadratmeter große Park wiederum wurde von König Leopold II. angelegt und besticht durch seine noble Architektur.

Die Casciana Terme blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erste Aufzeichnungen finden sich schon bei den alten Römern. Seit dem Mittelalter wird die Therme für Bade- und Trinkkuren aufgesucht. Das rund 36 Grad warme Thermalwasser enthält Natron, Schwefel und Kalk. Dadurch entfaltet es eine heilsame Wirkung bei Venenleiden, Atemwegsbeschwerden und auch motorischen Störungen.

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