6 Fragen rund um die Lymphe

6 Fragen rund um die Lymphe

Lymphknoten, Lymphsystem, Lymphdrainage: Über die Lymphe hat vermutlich jeder schon einmal etwas gehört. Zumal sie sowohl in der Medizin als auch im Zusammenhang mit Wellness ein großes Thema ist.

Doch so richtig viel über die Lymphe wissen nur die wenigsten. Grund genug, sich einmal näher damit zu beschäftigen. Der folgende Beitrag beantwortet die sechs wichtigsten Fragen rund um die Lymphe.

Frage 1: Was ist die Lymphe?

Das Lymphsystem setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der eine Teil ist ein System, das aus Lymphgefäßen besteht. In den Lymphgefäßen fließt die Lymphflüssigkeit. Die Lymphgefäße wiederum bilden Bahnen, an denen auch die Lymphknoten angeordnet sind.

Den anderen Teil bilden die sogenannten lymphatischen Organe, zu denen beispielsweise die Mandeln, die Milz und Teile der Darmschleimhaut gehören. Dabei ist das Lymphsystem ein in sich geschlossenes System und bildet ähnlich wie das Blut einen eigenen Kreislauf.

 

Frage 2: Welche Aufgaben hat die Lymphe?

Die Lymphe hat zwei wichtige Aufgaben. So versorgt sie zum einen die Zellen mit Nährstoffen und beseitigt zum anderen Abfall-, Gift- und Schadstoffe. Gerade diese beiden Funktionen beschäftigen zunehmend auch die Schulmedizin. Denn der Verdacht, dass ein Lymphsystem, das nicht optimal funktioniert, akute Beschwerden und chronische Krankheiten auslösen kann, scheint sich zu bestätigen.

Ist das Lymphsystem beeinträchtigt oder defekt, fließt die Lymphe immer langsamer. Als Folge können Schwellungen auftreten, meist in den Beinen und an den Händen, manchmal aber auch im Gesicht. Zudem kann es sein, dass die Zellen nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt werden. Funktionieren die Abwehrmechanismen nicht, können die Verunreinigungen ins Blut gelangen und den Körper allmählich vergiften.

Kopf- und Muskelschmerzen, Entzündungen, Arthrosen, Verdauungsprobleme, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien, aber auch Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsstörungen sind alles Symptome, die mit einer Lymphe in Verbindung gebracht werden, die nicht richtig fließt. Traditionelle, alternative und ganzheitliche Therapieansätze vertreten diese These übrigens schon seit jeher.

 

Frage 3: Wie funktioniert das Lymphsystem?

Das Lymphsystem ist ein in sich geschlossener Kreislauf, der eng mit dem Blutkreislauf verbunden ist. Zu Beginn ist die Lymphe ein wässriger Teil des Blutes, ein sogenanntes Serum. Sie wird in den Arterien gebildet und über kleinste Äderchen in die Gewebezellen gepresst. Diese versorgt die Lymphe mit Nährstoffen, Salzen und Sauerstoff.

Der Großteil der Lymphe wird dann wieder ins Blut aufgenommen. Der Rest verteilt sich, ähnlich wie eine Flüssigkeit auf Löschpapier, eigenständig in den Gewebezellen. Die Gewebezellen wiederum können die Nährstoffe, die sie brauchen, aus der Lymphe aufnehmen und gleichzeitig ihre Abfallstoffe an die Lymphe abgeben. Die Lymphe sammelt die Abfallstoffe auf, fließt in immer größeren Gefäßen zusammen und mündet schließlich in den venösen Blutkreislauf.

Die Abfallstoffe, die die Lymphe unterwegs aufsammelt, sind vor allem solche Substanzen, die für die feinsten Blutgefäße zu groß sind. Hierzu gehören beispielsweise Eiweiße, Fette, Chemikalien und Schwermetalle. Aber auch Zellreste und entartete Zellen sowie Bakterien, Pilze, Viren, Verschleimungen und andere Krankheitserreger werden abtransportiert.

 

Frage 4: Wann und warum schwellen Lymphknoten an?

Die Lymphknoten in den Lymphbahnen sind im Prinzip so etwas wie Mülldeponien. Denn in den Lymphknoten werden die Abfall- und Giftstoffe aus der Lymphe herausgefiltert und vernichtet. Doch die Lymphknoten leisten noch mehr. Sie produzieren nämlich auch die Antikörper, die für die Abwehr von schädlichen Substanzen und Krankheitserregern benötigt werden. Diese Antikörper heißen Lymphozyten.

Wenn die körpereigene Immunabwehr gerade eifrig damit beschäftigt ist, Krankheitserreger oder andere Schadstoffe zu bekämpfen, schwellen die Lymphknoten in der näheren Umgebung an.

Sie fühlen sich dann dick und hart an. Und auch wenn die Lymphknoten beim Abtasten einen Druckschmerz verursachen, sind geschwollene Lymphknoten grundsätzlich ein gutes Zeichen. Denn sie zeigen an, dass das Immunsystem funktioniert.

 

Frage 5: Was haben geschwollene Beine mit der Lymphe zu tun?

Wenn die Lymphflüssigkeit, die aus dem Blut ins Gewebe eindringt, nicht ausreichend abtransportiert wird, bilden sich sogenannte Ödeme. Ödeme sind Wassereinlagerungen, die oft an den Füßen und den Beinen auftreten. Leichte Schwellungen werden typischerweise durch Hitze oder stundenlanges Sitzen oder Stehen ausgelöst. Nach einiger Zeit verschwinden solche Schwellungen von selbst wieder.

Stärkere Schwellungen, die auch an den Händen, im Gesicht, am Hals und an allen anderen Stellen im Körper auftauchen können, sind meist ein Anzeichen für beschädigtes Gewebe, beispielsweise durch eine Entzündung oder eine Verletzung. Auch diese Schwellungen gehen weg, wenn die Erkrankung oder Verletzung auskuriert ist.

Chronische Schwellungen wiederum deuten auf eine Organschwäche oder ein Problem im Lymphsystem hin. Sie können aber auch die Folge von vernarbtem und deshalb undurchlässigem Gewebe sein.

 

Frage 6: Wie bleibt die Lymphe gesund?

Zunächst einmal ist wichtig, dass sich der pH-Wert von Blut und Lymphe nicht verändert. Wenn Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Käse verstoffwechselt werden, entstehen jedoch Säuren. Diese Säuren wiederum müssen von sogenannten Pufferverbindungen abgefangen werden, um das Verhältnis zwischen Säuren und Basen wieder auszugleichen.

Die notwendigen Pufferverbindungen entstehen, wenn Obst und Gemüse verstoffwechselt werden. Reicht die Menge an Obst und Gemüse, die gegessen wird, nicht aus, behilft sich der Körper, indem er Kalium, Kalzium und Magnesium aus anderen Geweben abzieht. Diesen Geweben fehlen dann aber die entsprechenden Mineralien.

Hinzu kommt, dass die Säure die Eiweiße in der Lymphe gerinnen lässt. Die Lymphe wird dadurch zähflüssiger, kann nur noch langsam fließen und ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Ein wichtiger Punkt für eine gesunde Lymphe ist also eine ausgewogene Ernährung.

Daneben kann der Lymphfluss von außen angeregt und so unterstützt werden. Zupfmassagen, gezieltes Abbürsten und Rubbeln der Haut, Wechselduschen oder Sportübungen, die das Gewebe lockern, sind beispielsweise hilfreiche Maßnahmen.

Sehr empfehlenswert ist außerdem die Bewegung im Wasser. Denn der Wasserdruck hat einen zusätzlichen Massageeffekt. Insofern ist ein Thermalbadbesuch mit Schwimmen im warmen Wasser und einer anschließenden Massage eine sehr angenehme und wohltuende Möglichkeit, auch dem Lymphsystem etwas Gutes zu tun.

Bei stärkeren Beschwerden helfen therapeutische Massagen und Kompressionswäsche dabei, den Lymphfluss anzuregen. Allerdings muss dann auch die Ursache für den Lymphstau abgeklärt und ggf. behandelt werden.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber:

Thema: 6 Fragen rund um die Lymphe

 

Teilen:

Kommentar verfassen