Was macht eigentlich ein Badearzt?

Was macht eigentlich ein Badearzt?

Wer sich näher mit Bade- und Kurorten beschäftigt oder sich über Therapien informiert, die Wasser als Heilmittel verwenden, wird früher oder später auf den Begriff des Badearztes stoßen. Doch was ist ein Bade- oder Kurarzt? Wer darf sich so nennen? Und wofür ist ein Badearzt zuständig? Wir klären auf!

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Was macht eigentlich ein Badearzt

Ein Hinweis vorab:

Der Beruf des Badearztes steht selbstverständlich allen Geschlechtern offen. Wenn wir nur vom Badearzt sprechen und die Badeärztin nicht gesondert erwähnen, liegt das einzig daran, dass wir den Text möglichst lesefreundlich gestalten wollen.

Was ist ein Badearzt?

Bei einem Badearzt, auch Kurarzt genannt, handelt es sich in aller Regel um einen Facharzt mit der Zusatzbezeichnung „Balneologie und Medizinische Klimatologie“ oder „Physikalische Therapie und Balneologie“. Üblicherweise ist es ein Facharzt aus dem Bereich Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Orthopädie.

In Kurorten, die vertragsärztlich anerkannt sind, zählt die Behandlung durch einen Badearzt als Vorsorgeleistung und gehört damit zur ambulanten Versorgung. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten dafür.

Ein Badearzt unterstützt die Gesundheit seiner Patienten hauptsächlich mit Blick auf Erkrankungen,  bei denen eine Behandlung mit Wassertherapie oder durch Bäder möglich ist.

Dabei ist der Badearzt ein Fachmann für die Heilanwendungen, die für den Kur- oder Badeort charakteristisch sind, in dem er arbeitet.

Wer darf sich Badearzt nennen?

Um als Badearzt arbeiten zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört, dass der Arzt eine Weiterbildung in physikalischer Therapie und Balneologie oder Rehabilitation absolviert hat. Die Balneologie ist die Lehre von der Anwendung von Wasser als Heilmittel.

Alternativ ist möglich, dass der Arzt an einer Maßnahme teilgenommen hat, die die Deutsche Gesellschaft für Balneologie, Medizinische Klimatologie und Physikalische Therapie als Weiterbildungsmaßnahme anerkennt.

Meistens wählen Badeärzte den Weg über die Zusatzweiterbildung Balneologie und Medizinische Klimatologie. Ein ausgebildeter Facharzt kann diese Zusatzweiterbildung im Bereich der direkten Patientenversorgung absolvieren.

In einigen Bundesländern reicht die theoretische Ausbildung nicht aus. Stattdessen muss der Facharzt ein Jahr lang in einem Kur- oder Badeort tätig sein, damit er als Badearzt zugelassen wird.

Hat er die Zusatzbezeichnung erworben, darf er die Bezeichnung Badearzt oder Kurarzt nur führen, wenn er in einem Kur- oder Badeort arbeitet. Außerhalb von Kurorten ist es nicht zulässig, sich Badearzt zu nennen.

Welche Aufgaben hat ein Badearzt?

Ein Badearzt übernimmt wesentliche Aufgaben im Kurbetrieb. Weil er sich in aller Regel sehr gut mit den örtlichen Gegebenheiten, den vorhandenen Kurangeboten und den verfügbaren Heilanwendungen auskennt, koordiniert er die Behandlungen und veranlasst die optimalen Anwendungen für den jeweiligen Patienten.

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Bei Krankheitsbildern wie Hautkrankheiten, Erkrankungen der Atemwege, Gelenkbeschwerden oder Stress können das zum Beispiel Bäder, Massagen, Inhalationen oder Trinkkuren sein.

Dabei gliedert sich der Behandlungsablauf in mehrere Schritte:

Anamnese und Diagnostik

Jede Kur beginnt mit einer körperlichen Untersuchung. Denn nur so kann der Badearzt die Ursache der Beschwerden herausfinden und eine geeignete Therapie einleiten.

Im Rahmen der Anamnese erkundigt sich der Arzt nach früheren und bestehenden Erkrankungen. Außerdem schaut er sich die vorhandenen Befunde, Atteste und Berichte von vorhergehenden Behandlungen an.

Die körperliche Untersuchung kann verschiedene Tests und Maßnahmen enthalten. Das kann gehören, dass der Blutdruck und der Puls gemessen oder ein EKG geschrieben wird. Außerdem dient das Gespräch mit dem Badearzt natürlich dazu, offene Fragen zu klären.

Erstellen eines Kurplans

Mit der Diagnose als Grundlage erstellt der Badearzt einen spezifischen Therapieplan, der auf die Erkrankungen und individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist.

Dabei kann der Plan Wassertherapien in verschiedenen Formen umfassen, so zum Beispiel Bäder, Umschläge, Inhalationen und Trinkkuren. Aber auch ergänzende Therapien wie Massagen, Bewegungsübungen oder Entspannungstechniken können enthalten sein.

Je nach Gesundheitszustand und Behandlungsziel wählt der Badearzt verfügbare Anwendungen mit passender Wirkungsweise aus, verordnet sie per Rezept und plant sie zeitlich.

Behandlung in Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften

Die eigentliche Badebehandlung beinhaltet zum Beispiel Bäder in verschiedenen Varianten, Unterwassermassagen, Kneipp-Anwendungen und Wärmebehandlungen. Um eine umfassende Betreuung sicherzustellen und die Behandlungsziele zu erreichen, arbeitet der Badearzt eng mit anderen Fachkräften zusammen.

Dazu gehören unter anderem Krankengymnasten, Masseure und medizinische Bademeister, aber auch Ergotherapeuten und Psychologen.

Überwachung der Therapie, Dokumentation und Abschluss

Während der Kur überwacht der Badearzt, ob und welche Fortschritte der Patient macht. Besteht Bedarf, passt er den Therapieplan entsprechend an. Alle medizinischen Maßnahmen und Fortschritte des Patienten werden dokumentiert. Sofern erforderlich, stellt der Badearzt außerdem eine Bescheinigung für den Arbeitgeber oder die Krankenkasse aus.

Am Ende der Kur findet eine Abschlussuntersuchung statt. Dabei beurteilt der Badearzt erneut den aktuellen Gesundheitszustand und die Veränderungen, die im Verlauf der Kur erzielt werden konnten.

Außerdem erstellt der Badearzt einen abschließenden Kurbericht. Er fasst den Aufenthalt aus medizinischer Sicht zusammen und gibt Empfehlungen für eine mögliche Weiterbehandlung.

Wo arbeitet ein Badearzt?

Ein Badearzt ist zunächst einmal in einem Kur- oder Badeort tätig. Denn nur dort darf er unter dieser Bezeichnung praktizieren.

In einem Kur- oder Badeort kann der Badearzt selbstständig eine eigene Praxis betreiben. Die andere Möglichkeit ist, dass er sich einer Gemeinschaftspraxis anschließt oder als angestellter Arzt in einer Kureinrichtung, Badeanstalt oder Rehabilitationsklinik arbeitet.

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Armin Seckmann, - Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, - Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, - Wellness Beraterin, Christian Gülcan - Betreiber und Redakteur dieser Webseite und Murat Gülcan, Wellness- & Spa Fan der in 20 Jahren sämtliche Thermalquellen bereiste, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheitsthemen.

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