Kalte Füße: Ursachen und hilfreiche Anwendungen

Kalte Füße: Ursachen und hilfreiche Anwendungen

Vor allem im Herbst und im Winter machen kalte Füße vielen zu schaffen. Doch woher kommen die Eisfüße?

Und was hilft dagegen? Hier sind Infos und Tipps!

Kalte Füße sind ein weit verbreitetes Problem und insbesondere Frauen leiden in der kalten Jahreszeit oft unter eisigen Füßen. Doch während kalte Füße manchmal einfach nur unangenehm sind, kann in anderen Fällen eine Erkrankung die Ursache sein.

Kühlen die Füße auch im Sommer ständig aus, sollte deshalb sicherheitshalber ein Arzt zu Rate gezogen werden, der die Gründe für die Eisfüße abklärt. Ansonsten gibt es Maßnahmen, die kalten Füßen entgegenwirken und so auch das Wohlbefinden steigern.

 

Die häufigsten Ursachen für kalte Füße

Kalte Füße können auf viele verschiedene Ursachen zurückgehen und die meisten davon sind völlig harmlos. Eher selten ist es notwendig, die Gründe für die eisigen Füße medizinisch abklären und behandeln zu lassen.

Zu den häufigsten Gründen für kalte Füße gehört Kälte von außen. Deshalb treten Eisfüße auch hauptsächlich im Herbst und im Winter auf. Denn wenn die Temperaturen sinken, versucht der Körper, die Körperwärme so zu regulieren, dass alle wichtigen Organe vor der Kälte geschützt sind. Um sicherzustellen, dass das Gehirn, das Herz und andere lebenswichtige Organe nicht auskühlen, entzieht der Körper den Händen und den Füßen die Wärme und verteilt sie um.

Dazu verengt er die Gefäße und drosselt auf diese Weise den Transport von warmem Blut. Die Folge davon ist, dass die verengten Gefäße schlechter mit Blut versorgt werden und die Finger und die Zehen dadurch auskühlen. Dicke Socken, festes Schuhwerk und warme Handschuhe sind deshalb gute Hilfsmittel, um dem Auskühlen entgegenzuwirken.

Neben der Kälte ist auch Feuchtigkeit eine häufige Ursache für kalte Füße. Denn die Feuchtigkeit führt zur sogenannten Verdunstungskälte, auf die der Körper ebenfalls mit einer Verengung der Blutgefäße reagiert. Personen, die zu schwitzenden Füßen neigen, haben deshalb auch oft mit kalten Füßen zu kämpfen.

Die Kleidung spielt mit Blick auf Eisfüße ebenfalls eine Rolle. So drücken enge Schuhe oder Socken mit einem straffen, eng sitzenden Bündchen die Blutgefäße ab und behindern dadurch die Durchblutung.

 

Medizinische Gründe für kalte Füße

In den meisten Fällen sind frostige Temperaturen, Feuchtigkeit auf der Haut und eine unangemessene Kleidung schuld an kalten Füßen. Aber die Eisfüße können auch auf eine vorliegende Erkrankung hinweisen. Meist entstehen kalte Füße als Folge einer eingeschränkten Blutzirkulation im Körper.

Dabei kann die Ursache für die beeinträchtigte Blutzirkulation im gesamten Körper liegen und sowohl auf die Strömungsverhältnisse als auch auf den Zustand der Blutgefäße zurückgehen. Ein zu niedriger Blutdruck oder Gefäßverkalkungen sind typische Erkrankungen, bei denen kalte Füße als Alarmsignal auftreten.

Daneben können Nervenstörungen für die kalten Füße verantwortlich sein. Denn die Nerven nehmen äußere Signale wahr und leiten sie ans Gehirn weiter. Umgekehrt sendet auch das Gehirn Signale an die Nerven. Das vegetative Nervensystem setzt daraufhin Hormone ein, um unter anderem auch den Blutfluss zu regulieren.

Deshalb können Erkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion, Nebenwirkungen von Medikamenten, aber auch Stress, Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen die Durchblutung beeinflussen und in der Folge der Auslöser für kalte Füße sein. Wer ständig unter eiskalten Füßen leidet, sollte die Ursache daher durch einen Arzt abklären lassen.

 

Warum Frauen öfter kalte Füße haben als Männer

Eisig kalte Füße betreffen in erster Linie Frauen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Männer einen größeren Muskelanteil haben. Muskeln erzeugen Körperwärme, denn wenn die Muskeln im Einsatz sind, wird Energie verbraucht. Allerdings wird weniger als ein Drittel der Energie für die Muskelarbeit aufgewendet.

Der Rest bleibt für die Körperwärme übrig. Der männliche Körper hat einen Muskelanteil von etwa 40 Prozent. Im Unterschied dazu besteht der weibliche Körper nur zu etwa 23 Prozent aus Muskelmasse. Folglich produziert der weibliche Körper weniger Körperwärme und neigt eher zu kalten Füßen und Händen.

Ein weiterer Grund ist, dass Frauen oft eine geringere Körpermasse haben als Männer. Dadurch ist das Verhältnis zwischen Körpermasse und Körperoberfläche bei Frauen etwas schlechter als bei Männern. Um dem größeren Wärmeverlust, der auf dieses schlechtere Verhältnis zurückgeht, entgegenzuwirken, richtet der weibliche Körper die Wärmeverteilung auf die zentralen Organe aus. Und weil sie in der Körpermitte angesiedelt sind, kühlen die Füße und die Hände eher aus.

 

Hilfreiche Anwendungen bei kalten Füßen

Zunächst einmal sollte sichergestellt sein, dass die kalten Füße keine Warnzeichen oder Folgen von einer ernsthaften Grunderkrankung sind. Ansonsten können folgende Tipps und Tricks gegen kalte Füße helfen:

  • Warme Socken: Warme Socken dämmen die Kälte und verhindern, dass die Füße zu schnell auskühlen. Allerdings sollten die Socken vor allem am Bündchen eher locker sitzen. Andernfalls werden die Blutgefäße abgedrückt und der Blutfluss behindert. Das Problem mit den kalten Füßen wird dadurch noch zusätzlich verschlimmert. Ratsam ist außerdem, zu warmen Socken aus Naturfasern zu greifen. Synthetiksocken begünstigen eher, dass die Füße schwitzen. Durch die Feuchtigkeit können die Füße aber wesentlich schneller auskühlen. Sobald die Socken feucht sind, sollten sie deshalb unbedingt gewechselt werden.

 

  • Hochwertige Schuhe: Im Herbst und Winter empfiehlt sich ein wasserfestes und atmungsaktives Schuhwerk. Dabei ist wichtig, dass der Fuß genug Platz im Schuh hat. Sind die Schuhe zu eng, ist der Blutfluss nicht optimal. Hilfreich bei kalten Füßen kann sein, eine warme Lammfellsohle in die Schuhe zu legen. Sie hält die Füße warm und die Gefahr, dass die Füße durch ein dickes Synthetikfutter im Schuh schwitzen, ist wesentlich geringer.

 

  • Wärmflasche: Sind die Füße ausgekühlt, hilft eine Wärmflasche dabei, die Füße auf dem Sofa oder im Bett schnell wieder aufzuwärmen.

 

  • Fußcreme: Kalte Füße sollten zunächst mit Wasser gewaschen und danach gut trocken gerubbelt oder mit dem Föhn getrocknet werden. Anschließend kann eine wärmende Fußcreme aufgetragen werden. Eine solche Fußcreme enthält Wirkstoffe, die die Durchblutung anregen.

 

  • Fußbäder: Fußbäder sind eine ideale Anwendung, um verengte Gefäße zu weiten, die Durchblutung anzukurbeln und die Füße aufzuwärmen. Besonders effektiv sind dabei ansteigende Fußbäder. Hierfür werden die Füße in etwa 32 Grad warmes Wasser gestellt. Anschließend wird immer wieder heißes Wasser hinzugefügt, bis schließlich eine Wassertemperatur von rund 40 Grad erreicht ist. Auch warme Fußbäder mit ätherischen Ölen sind eine gute Möglichkeit, um den Füßen einzuheizen. Öle wie Lavendel, Eukalyptus und Rosmarin kurbeln die Durchblutung an und erwärmen die Füße. Ein fünfminütiges Fußbad reicht dabei aus. Außerdem lässt sich kalten Füßen durch ein Training der Gefäße vorbeugen. Entscheidend hierbei ist ein Wechselspiel aus Wärme und Kälte. Dies wiederum lässt sich durch Wechselbäder und Kneippsche Wasseranwendungen wie Wassertreten im Sommer umsetzen. Im Winter hat ein kurzer Spaziergang mit nackten Füßen durch den kalten Schnee die gleiche Wirkung. Danach müssen die Füße aber sofort gut abgetrocknet und in dicke, warme Socken eingepackt werden.

 

  • Fußmassagen: Fußmassagen fördern die Durchblutung, beleben die Füße und helfen ihnen beim Aufwärmen. Auch Fußpeelings können sehr wohltuend wirken. Ein weiteres probates Mittel gegen kalte Füße ist Fußgymnastik. Einfache Übungen wie das Kreisen mit den Füßen, das Wackeln mit den Zehen oder das Aufheben und Halten von Gegenständen mit den Zehen sind sehr effektiv und lassen sich auch zwischendurch immer wieder durchführen.

 

  • Entspannung: Ein Verwöhntag tut nicht nur gut, sondern kann dem Körper dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und sein Gleichgewicht wiederzufinden. Da sich dies auch auf die Durchblutung und den Hormonhaushalt auswirken kann, können sich mit Blick auf kalte Füße ebenfalls positive Effekte ergeben. Noch besser als ein Wellnesstag zu Hause ist der Besuch eines Thermalbads. Hier kommt das warme Thermalwasser als zusätzlicher Verwöhnfaktor und wohltuendes Heilmittel dazu. Saunagänge wiederum bringen die Durchblutung in Schwung und trainieren die Blutgefäße.

 

  • Ernährung: Scharfe Gewürze, heiße Getränke und warme, deftige Eintöpfe wärmen von innen heraus. Obst und Gemüse versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen. Vor allem Vitamin B, das hauptsächlich in grünem Gemüse vorkommt, spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn Vitamin B schützt die Nerven, die den Wärmehaushalt im Körper regulieren. Daneben sollte unbedingt ausreichend getrunken werden. Wasser, Kräutertees und Fruchtschorlen tragen zu einer guten Blutzirkulation bei. Wird hingegen zu wenig getrunken, wird das Blut dicker und die Durchblutung wird vor allem in den engen Blutgefäßen erschwert.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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