Die Bäderstadt Aachen

Die Bäderstadt Aachen

In Deutschland gibt es sehr viele Thermen und Thermalbäder, die einen Besuch wert sind. Einige Einrichtungen blicken auf lange Traditionen zurück und erzählen Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Andere Einrichtungen sind vergleichsweise jung oder gar erst in den letzten Jahren als moderne Wellness- und Gesundheitstempel entstanden.

Die Bäderstadt Aachen

Ein echtes Highlight, das Tradition und Moderne auf faszinierende Art miteinander vereint und die Herzen von Thermalbad-Fans sicher höher schlagen lässt, ist die Bäderstadt Aachen.

Der Stadtname und die Legenden um Aachens heiße Quellen

Einer Legende nach soll Karl der Große etwa um das Jahr 789 in der Gegend um Aachen auf Jagd gewesen sein. Bei seinem Streifzug hatte er einen besonders prächtigen, kapitalen Hirsch entdeckt. Doch als er diesem Hirsch nachjagen wollte, sank sein Pferd plötzlich ins Erdreich ein. Der Frankenkönig stieg ab, um sein Pferd zu befreien.

Dabei fiel ihm auf, dass das Erdreich ein gluckerndes und dampfendes Moor war, den heißes Wasser durchzog und der einen sehr markanten Geruch aufwies. Karl der Große hatte also die heißen und schwefelhaltigen Quellen Aachens entdeckt.

Als er spürte, wie heilsam und wohltuend sich ein Bad in den Thermalquellen auf seinen Körper auswirkte, beschloss er, sich in Aachen niederzulassen.

Dass diese Legende nicht nur eine bloße, frei erfundene Legende ist, belegt die Biografie “Vita Karoli Magni” von Karls Hofbiograf Einhardt. Darin ist beschrieben, dass Karl der Große ein leidenschaftlicher und guter Schwimmer war.

Da er besonders die Dämpfe heißer Naturquellen schätzte, errichtete er eine Residenz in Aachen und verweilte während seiner letzten Lebensjahre ununterbrochen dort.

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Er ging regelmäßig in den Thermalquellen baden und teilte sich das wohltuende Badevergnügen mit seinen Söhnen, adligen Gästen, Freunden und manchmal sogar mit seinem Gefolge.

Lange vor Karl dem Großen hatten allerdings schon die Römer die heißen Aachener Thermalquellen entdeckt und Thermalanlagen gebaut, um die Quellen nutzen zu können.

Da die Gegend um Aachen von Kelten besiedelt war und diese einen Gott namens Granus verehrten, sollen die Römer der Siedlung den Namen Aquae Granni gegeben haben. Dem römisch-keltische Gott Granus wurde zugeschrieben, mit Wasser zu heilen.

Der Name des römischen Badeortes ist allerdings nicht durch römische Aufzeichnungen, sondern erst durch Quellen aus dem 8. Jahrhundert belegt. Karl der Große erhob Aachen schließlich zum bedeutsamen Bade- und Kurort.

Dabei geht der Name Aachen wahrscheinlich auf das altgermanische Wort „Ahha“ zurück, das „Acha“ ausgesprochen wird und übersetzt schlichtweg Wasser heißt.

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Aachen und sein erneuter Aufstieg als Bade- und Kurort

Bis mit dem Aachener Dom ein neues, prägendes Wahrzeichen entstand, war Aachen in erster Linie wegen seiner warmen, heilenden Thermalquellen bekannt. Einen neuen, großen Badeboom erlebte die Stadt dann infolge einer verheerenden Katastrophe.

1656 war in einer Bäckerei ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer kostete zwar glücklicherweise nur 17 Menschen das Leben, zerstörte aber innerhalb weniger Stunden den Großteil aller Häuser und den mittelalterlichen Stadtkern nahezu komplett.

In den Folgejahren wurde Aachen neu aufgebaut und gleichzeitig unter Anleitung von François Blondel erneut als bedeutsamer Bade- und Kurort etabliert. Der belgische Badearzt führte eine Trinkkur aus den Aachener Thermalquellen ein und zum Unterhaltungsangebot kamen neben den Kuranlagen auch Ballsäle und Casinos dazu.

Nach und nach sicherte sich Aachen so eine Spitzenposition unter den europäischen Kurorten und begrüßte regelmäßig prominente Gäste wie den Zaren Peter der Große, König Friedrich der Große oder den Komponisten Georg Friedrich Händel.

Auch Napoleon war sehr angetan von Aachen. Auf seine Anordnung hin wurden die alten Stadtmauern abgerissen, stattdessen breite Promenaden angelegt und die Kuranlagen und Badehäuser weiter ausgebaut.

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Napoleons Ehefrau verbrachte eine zweimonatige Kur in der Bäderstadt und Napoleons Sohn wurde 1811 in Aachen getauft.

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Die Bäderstadt Aachen heute

Auch heute ist Aachen ist berühmter und vielbesuchter Bade- und Kurort. Seine Thermalquellen fördern ein bis zu 74 Grad Celsius heißes, stark schwefelhaltiges Wasser an die Oberfläche.

Damit gehören die Quellen, die aufgrund der Zusammensetzung die offizielle Bezeichnung “schwefelhaltige fluoridhaltige Natriumchlorid-Hydrogenkarbonat-Therme“ tragen, zu den heißesten Quellen in Mitteleuropa.

Dem Wasser wird eine heilende Wirkung bei Rheuma, Gicht und zahlreichen anderen Erkrankungen zugeschrieben. Durch den Zweiten Weltkrieg erlitt die lange Bade- und Kurtradition Aachens herbe Rückschläge, denn seinerzeit wurden viele Badehäuser und Kuranlagen zerstört.

Heute bietet die Stadt ihren Kur- und Badegästen neben einem breitgefächerten Kurangebot mit verschiedensten Anwendungen ein Freibad in direkter Nähe zum See Hangeweiher und fünf Schwimmhallen, darunter die weitgehend im Jugendstil erhaltene Elisabethhalle.

Besonders Highlight sind jedoch sicher die „Carolus Thermen Bad Aachen“ am Rande des Aachener Stadtgartens.

Die Carolus Thermen wurden 2001 eröffnet und seitdem mehrfach aufwändig renoviert und ausgebaut. Als staatlich anerkannter Kurort dürfte sich Aachen übrigens Bad Aachen nennen.

Dass die Kur- und Bäderstadt offiziell meist auf diesen Namenszusatz verzichtet, hat einen ganz praktischen Grund. In alphabetischen Listen und Verzeichnissen steht Aachen nämlich immer an erster Stelle. Durch den Zusatz Bad wäre dies nicht mehr der Fall.

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Aachen – Quellen, Orte, Erlebnisse

Die Aachener Quellenlandschaft – wo heißes Wasser Geschichte schreibt

Elisenbrunnen ist bis heute die bekannteste Adresse für Aachens Thermaltradition. Aus den beiden Ausläufen (ca. 52–54 °C) riecht man den charakteristischen Schwefel – die historische Trinkkur wird hier mit Hinweistafeln erklärt.

Ganz in der Nähe liegen Kaiserquelle und Rosenquelle; weitere Quellorte wie Büchel prägen das Untergrund-Netz der „Aquae Granni“.

Du willst Quellen sehen statt nur darüber lesen? Dann lohnt sich ein kurzer Stadtrundgang: Altstadt – Elisenbrunnen – Kurgarten – Stadtgarten.

Was das Aachener Thermalwasser besonders macht

Aachens Quellen zählen mit bis zu ~74 °C zu den heißesten in Mitteleuropa. Typisch ist ein schwefelhaltiges, fluoridhaltiges Natriumchlorid-Hydrogencarbonat-Wasser – kurz: mineralreich, warm und mit markantem Geruch.

In der Balneologie werden solchen Wässern wärmende, durchblutungsfördernde und entspannende Effekte zugeschrieben.

Wichtig: Wer akute Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder eine Schwangerschaft hat, klärt Thermalanwendungen vorab ärztlich ab.

Anwendungen – wohltuend in Praxisform

  • Thermalbaden: 34–38 °C; entlastet Gelenke, löst Muskelverspannungen, ideal nach langen Stadtspaziergängen.
  • Dampfbad/Caldarium: warme, feuchte Luft für Atemwege und Haut.
  • Wechselfuß- oder Kneipp-Gänge: Kreislaufkick und Erfrischung nach warmen Bädern.
  • Inhalation/Trinkkur (historisch): am Elisenbrunnen dokumentiert – heute vor allem kultur- und geschichtsbezogen interessant.

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Carolus Thermen Bad Aachen – das moderne Herz der Bäderstadt

Die Carolus Thermen verbinden römische Badekultur mit zeitgemäßer Wellness.

Typische Stationen:

  • Thermenwelt: Innen- und Außenbecken mit unterschiedlichen Temperaturen, Sprudelliegen, Strömungskanal, Salz-/Sole-Becken und Gradierwerk (salzhaltige Luft wie am Meer).
  • Saunawelt: thematische Saunen (z. B. Caldarium, Tepidarium, Erdsauna), Aufgüsse, Ruhezonen, Außenbereich.
  • Anwendungen: Massagen, Rasul/Peelings, Day-Spa-Pakete.

Tipp: Plane 3–4 Stunden ein; wer es ruhig mag, setzt auf Vormittage unter der Woche.

Elisabethehalle – Jugendstil schwimmen erleben

Die Elisabethehalle ist ein Schmuckstück der Badekultur. Das städtische Jugendstilbad bietet klassisches Schwimmen in historischer Kulisse – ein starker Kontrast zur Thermal- und Saunawelt der Carolus Thermen.

Architektur-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten; Badehaube und Münzpfand nicht vergessen.

Badeknigge & praktische Tipps für deinen Thermaltag

  • Mitbringen: zwei Handtücher (Liege + Saunagänge), Badeschuhe, Trinkflasche, ggf. Bademantel.
  • Aklimatisieren: vor dem ersten Saunagang kurz abduschen, danach kalt abduschen und ruhen.
  • Zeitslots: Wochenenden und Ferien sind voller; wer Flexibilität hat, wählt Di–Do vormittags.
  • Kombi-Ticket Gedanke: Therme + Altstadtbummel + Aachener Printen – das ist Aachen in einem Tag.
  • Dreiländereck-Bonus: Aachen liegt im Städtedreieck Deutschland–Belgien–Niederlande – ideal für Kurztrips nach Maastricht, Lüttich oder in die Eifel.
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Wellness & Weltkulturerbe – perfekte Begleiter

Nach dem Bad kulturell weiter: Aachener Dom (UNESCO-Welterbe), Rathaus mit Krönungssaal, Centre Charlemagne zur Stadtgeschichte. Wer das Motiv „Baden wie Karl der Große“ mag, hat hier den stimmigen historischen Rahmen.

Beste Jahreszeit?

  • Herbst/Winter: Thermenfeeling pur, Außenbecken im Dampf – herrlich.
  • Frühjahr/Sommer: Kombination mit Stadtpark, Stadtgarten und Hangeweiher; im Sommer ggf. späterer Abend für ruhigere Becken.

Mini-FAQ

Wie heiß sind die Aachener Quellen? Bis rund 74 °C an der Quelle; Badebecken sind natürlich temperiert.

Wo kann ich die Trinkkur „erleben“? Elisenbrunnen – Schautafeln, frei zugängliche Ausläufe (Geruch inklusive).

Therme oder Jugendstilbad? Carolus Thermen = Thermal- & Saunawelt; Elisabethehalle = historisches Schwimmbad.

Was ist das auffällige Salz-„Regal“? Das Gradierwerk in den Carolus Thermen – salzhaltige Luft zum Durchatmen.

Was passt als Rahmenprogramm? Dom, Rathaus, Altstadt, Printen – alles fußläufig; Dreiländereck-Trips als Bonus.

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Armin Seckmann, - Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, - Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, - Wellness Beraterin, Christian Gülcan - Betreiber und Redakteur dieser Webseite und Murat Gülcan, Wellness- & Spa Fan der in 20 Jahren sämtliche Thermalquellen bereiste, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheitsthemen.

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