Mineralwasser – mit oder ohne Kohlensäure?

Mineralwasser – mit oder ohne Kohlensäure?

Kohlensäure lässt ein Mineralwasser nicht nur buchstäblich spritzig werden. Stattdessen ist die Wirkung der Kohlensäure weit vielfältiger.

Wasser ist lebensnotwendig. Äußerlich angewendet, etwa beim Schwimmen, beim Besuch eines Thermalbads oder bei Anwendungen wie den Kneippschen Güssen, ist Wasser sowohl gesund als auch wohltuend. Und auch innerlich angewendet, also beim Trinken, spielt Wasser seine Stärken aus. So ist Mineralwasser ein idealer Durstlöscher.

Denn Mineralwasser füllt die Flüssigkeitsreserven auf, reguliert den Feuchtigkeitshaushalt, versorgt den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und hat zudem keine Kalorien. Kein Wunder, dass der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei durchschnittlich 150 Litern liegt. Dabei gibt es Mineralwässer in einer riesigen Auswahl. Abgefüllt in Glas- oder Plastikflaschen und aus vielen verschiedenen Quellen ist der Durstlöscher erhältlich.

Außerdem wird Mineralwasser in den drei Varianten spritzig, medium und still angeboten. Doch was ist eigentlich besser? Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure? Gibt es überhaupt einen Unterschied oder ist es reine Geschmackssache? Und wie kommt die Kohlensäure eigentlich ins Mineralwasser?

Die Anfänge der sprudelnden Getränke

Wenn eine Wasserflasche geöffnet wird, zischt es kurz und direkt danach steigen unzählige kleine Bläschen auf. Dieser Sprudeleffekt geht auf einen gewissen Johann Jacob Schweppe zurück. Schweppe war eigentlich Uhrmacher und Juwelier im nordhessischen Witzenhausen.

Doch Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte er ein Verfahren, durch das es möglich wurde, Wasser mit Kohlensäure zu versetzen. Der Geschäftsmann ließ sich das Verfahren zunächst für medizinische Zwecke patentieren und zog dann mit seinem Sprudelwasser, nach einer Zwischenstation in der Schweiz, weiter nach England. In England hatte er eine neue Idee: Für die Malariaprophylaxe wurden seinerzeit Chinintabletten verwendet.

Da sie aber furchtbar bitter schmeckten, war die Einnahme sehr unangenehm. Also löste Schweppe die Tabletten in einer Mischung aus Sprudelwasser und Limettensaft auf. Schweppes Erfindung fand großen Anklang und sein Name stand Pate für eine Weltmarke, die bis heute besteht.

Gleichzeitig war dies aber auch die Geburtsstunde für Getränke mit Kohlensäure. Zu diesen Getränken wiederum gehören verschiedene Erfrischungsgetränke und Softdrinks – und eben auch kohlensäurehaltiges Mineralwasser.

 

Wie die Kohlensäure ins Wasser kommt

Kohlensäure entsteht, wenn Kohlendioxid in Wasser gelangt. Allerdings ist die Kohlensäure sehr instabil und zerfällt deshalb innerhalb allerkürzester Zeit wieder in Wasserstoff und sogenanntes Hydrogencarbonat. Der Sprudel im Wasser kommt also dadurch zustande, dass Kohlendioxid in das Wasser eingeleitet wird.

Die Kohlensäure wiederum bezeichnet genaugenommen das Kohlendioxid, das als Gas im Wasser gelöst ist. Und dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie das Kohlendioxid ins Wasser gelangen kann:

  • Handelt es sich um ein natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser bringt das Wasser die Kohlensäure von Natur aus mit. Solche sprudelnden Quellen sind vor allem in tiefen Gesteinsschichten und in vulkanhaltigem Gestein zu finden.

 

  • Ein natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure ist ein Mineralwasser, dem Kohlensäure zugesetzt wurde. Dabei wurde die Kohlensäure aber aus derselben Quelle gewonnen, aus der auch das Mineralwasser stammt.

 

  • Ein natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure ist ein Wasser aus einer amtlich anerkannten Quelle. Bevor das Mineralwasser abgefüllt wird, wird es mit Kohlensäure versetzt. Und je nachdem, wie viel Kohlensäure hinzugefügt wird, steht das Wasser dann als Mineralwasser medium oder spritzig im Regal.

Quell- und Tafelwässer können ebenfalls mit Kohlensäure angereichert sein. Anders als bei Mineralwässern muss hier die Herkunft aber nicht angegeben sein. Noch strenger als bei Mineralwasser wiederum sind die Regeln bei Heilwässern. Ein Heilwasser ist ein Mineralwasser, das so viele wertvolle Inhaltsstoffe enthält, dass eine heilsame Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Ein Heilwasser hat damit den Status eines Arzneimittels.

 

Mineralwasser – mit oder ohne Kohlensäure?

Natürlich ist es in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob der Griff zu einem spritzigen oder einem stillen Mineralwasser geht. Mit Blick auf die Gesundheit ergeben sich durch die Kohlensäure im Mineralwasser aber durchaus ein paar Pluspunkte:

  • Durch die Kohlensäure können die Mineral- und Nährstoffe, die im Wasser enthalten sind, vom Körper besser aufgenommen werden.
  • Kohlensäure verbessert die Durchblutung der Mund- und Magenschleimhaut.
  • Durch die Kohlensäure werden die Geschmackszellen im Mund gereinigt, wodurch Aromen besser und intensiver wahrgenommen werden.
  • Kohlensäure regt die Produktion von Speichel an, was bei einem trockenen Mund sehr hilfreich sein kann.
  • Die kleinen Bläschen der Kohlensäure füllen einerseits den Magen und lösen andererseits einen leichten Dehnungsreiz aus. Dies führt dazu, dass das Hungergefühl gelindert wird. Wer abnehmen möchte, sollte also zu Mineralwasser mit Kohlensäure greifen.
  • Kohlensäure unterstützt die Darmfunktion, weil sie die Produktion von Verdauungssäften ankurbelt.
  • Ein kohlensäurehaltiges Mineralwasser spült die Harnwege intensiver durch. Zudem hat es eine minimal desinfizierende Wirkung. Deshalb kann es einer Blasenentzündung und der Bildung von Harnsteinen vorbeugen.

Nicht zuletzt hat Kohlensäure aber auch einen ganz praktischen Vorteil, denn durch sie ist das Wasser länger haltbar. Ob das Mineralwasser in eine Glas- oder eine Plastikflasche abgefüllt ist, spielt mit Blick auf die Gesundheit übrigens keine Rolle. Allerdings ist eine Glasflasche geschmacksneutral, während eine Plastikflasche den Geschmack des Wassers verändern kann. Dies lässt sich aber vermeiden, wenn die Plastikflasche kühl und dunkel steht.

Kohlensäure regt die Produktion von Magensäure an. Wer öfter Magenprobleme oder Sodbrennen hat, sollte deshalb lieber auf kohlensäurehaltiges Mineralwasser verzichten. Die Alternative ist, darauf zu achten, dass das Mineralwasser mindestens 400 mg Hydrogencarbonat pro Liter enthält. Denn das Hydrogencarbonat wirkt neutralisierend auf die Säuren und kann so sowohl einem übersäuertem Magen als auch einem unangenehmen Aufstoßen entgegenwirken.

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