Infos und Tipps rund um Solebäder, 3. Teil

Infos und Tipps rund um Solebäder, 3. Teil

Von einem Solebad wird bei einem Vollbad in einer warmen Wasser-Salz-Lösung gesprochen. Üblicherweise ist der Salzgehalt genauso hoch wie in Meerwasser, höhere Konzentrationen sind die Ausnahme. Zu medizinischen Zwecken können Solebäder unter anderem bei Hauterkrankungen und Allergien, Erkältungen, Verdauungsstörungen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt werden. Auch bei Stress, Schlafproblemen und Angststörungen können Salzbäder die Therapie unterstützen.

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Infos und Tipps rund um Solebäder, 3. Teil

Gesunde profitieren von Solebädern, weil diese die Abwehrkräfte stärken, entspannend wirken und das Wohlbefinden fördern. Neben dem medizinischen und therapeutischen Bereich haben Salzbäder deshalb auch einen festen Platz im Zusammenhang mit Wellness. Becken und Anwendungen mit warmem Salzwasser sind Standard in jedem Thermalbad.

In einer mehrteiligen Beitragsreihe haben wir Solebäder näher beleuchtet und verschiedene Infos dazu zusammengetragen. Dabei ging es in den beiden ersten Teilen hauptsächlich um Solebäder, die in Thermen, Kliniken oder Arztpraxen stattfinden. Doch Bäder, Wickel und Umschläge mit Salzwasser sind auch altbewährte Hausmittel.

Zum Abschluss der Beitragsreihe schauen wir uns deshalb die Anwendungen für den Hausgebrauch an:

Solebäder in der heimischen Badewanne

Um ein Salzbad zu nehmen, ist es nicht unbedingt notwendig, eine Therme oder einen Kurbetrieb zu besuchen. Denn auch in der Badewanne daheim sind Solebäder möglich. In Apotheken und Drogerien ist dafür Meersalz erhältlich. Auf der Verpackung ist angegeben, wie das Meersalz dosiert werden muss, wie warm das Wasser sein sollte und wie oft solche Salzbäder ratsam sind.

Aber Vorsicht:

Soll das Solebad die Beschwerden bei einer akuten Erkrankung lindern, sollte vorher unbedingt Rücksprache mit dem Hausarzt oder einem Hautarzt gehalten werden.

Denn der Salzgehalt, die Wassertemperatur und die Häufigkeit der Bäder müssen auf die jeweilige Erkrankung abgestimmt sein. Ein Zuviel oder Zuwenig kann andernfalls mehr schaden, als nutzen.

Salzbad daheim – so wird’s gemacht

Wer nicht akut erkrankt ist, sondern sich durch das Solebad etwas Gutes tun möchte, kann anstelle von Meersalz aus der Apotheke oder Drogerie auch ganz normales, handelsübliches Kochsalz verwenden. Für ein Vollbad ist aber eine ordentliche Menge notwendig. Um einen Salzgehalt von ungefähr 3,5 Prozent zu erreichen, müssen nämlich etwa 30 Gramm Salz pro Liter Wasser in die Badewanne gegeben werden.

Für ein Salzbad wird warmes Wasser in die Badewanne eingelassen und mit der entsprechenden Menge Salz angereichert. Wenn sich das Salz komplett aufgelöst hat, kann das Bad beginnen. Dabei sollten die ersten Solebäder nicht länger dauern als zehn Minuten. Später kann die Badedauer dann nach und nach auf bis zu 20 Minuten verlängert werden.

Im Fall einer akuten Erkrankung sollte mit dem Arzt Rücksprache über die richtige Temperatur und auch den Salzgehalt, die Badezeit und die Häufigkeit der Bäder gehalten werden.

Wer gesund ist, kann sich als Faustregel merken, dass die Wassertemperatur ungefähr so hoch sein sollte wie die Körpertemperatur. Hintergrund dazu ist, dass der Körper bei einer Wassertemperatur von knapp 37 Grad Celsius keine Energie verbrauchen muss, um Temperaturunterschiede auszugleichen.

Ein Solebad würde nicht viel bringen, wenn sich der Badende direkt danach unter die Dusche stellt und alles sofort abwäscht. Stattdessen sollte er sich nur ein wenig abtrocknen und dann in eine dünne Decke eingekuschelt für eine halbe Stunde entspannt aufs Sofa legen.

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Wie viele andere Anwendungen zeigen auch Salzbäder dann den größten Effekt, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden. Eine gängige Empfehlung für Gesunde lautet deshalb, über einen Zeitraum von mindestens einem Monat zweimal pro Woche in Salzwasser zu baden. Auf diese Weise wird das Immunsystem gestärkt und die Durchblutung der Haut angeregt.

Vor allem in der kalten Jahreshälfte, wenn die Erreger für Erkältungskrankheiten Hochsaison haben, können die Solebäder dann lästigen Erscheinungen wie Husten und Schnupfen vorbeugen. Außerdem reinigen die Salzbäder die Haut, wodurch es Pickel und Mitesser schwerer haben und die Haut weniger zum Schuppen neigt.

Sonderfall Neurodermitis

Eigentlich sind Solebäder ein probates Mittel bei Hautkrankheiten. Die Neurodermitis ist hier aber eine Ausnahme. Kurze Bäder in Salzwasser lindern Entzündungen der Haut. Doch je länger das Salz einwirkt, desto mehr Hauttalg löst sich. Die Folge davon ist, dass die Haut austrocknet.

Im Fall von Neurodermitis würde das dazu führen, dass die Haut noch mehr juckt und sich schuppt als ohnehin schon.

Wer Neurodermitis hat, sollte sich deshalb mit seinem Arzt absprechen und bei Solebädern die ärztlichen Anweisungen exakt einhalten. Sonst kann es schnell passieren, dass die Bäder im Salzwasser keine Linderung verschaffen, sondern die Symptome erst recht verstärken.

Waschungen und Wickel mit Salzwasser

Salzwaschungen und Salzwickel sind altbewährte Hausmittel. Und gerade wenn es darum geht, einzelne Gelenke oder Muskeln zu behandeln, sind Waschungen und Wickel genauso effektiv, aber längst nicht so aufwändig wie ein Vollbad.

Für beide Anwendungen wird eine Sole mit einem Salzgehalt zwischen drei und vier Prozent benötigt. Dazu werden gut 30 Gramm Salz in einem Liter Wasser aufgelöst.

Bei Beschwerden wie zum Beispiel Halsschmerzen sollte das Wasser wie beim Vollbad um die 37 Grad warm sein. Entzündete Gelenke und Fieber können auch mit kaltem Wasser behandelt werden.

Für einen Salzwickel wird dann ein Tuch aus Baumwolle oder Leinen in dem Salzwasser eingeweicht. Anschließend das Tuch soweit auswringen, dass es noch gut feucht ist, aber nicht mehr tropft. Das nasse Tuch wird nun auf die betroffene Körperstelle gelegt und mit einem zweiten, trockenen Tuch abgedeckt. Darüber kommt je nach Körperstelle entweder ein warmer Schal oder eine Wolldecke.

Ein warmer Salzwickel sollte mindestens eine halbe Stunde lang einwirken. Er kann aber auch mehrere Stunden oder über Nacht auf der Haut bleiben. Tagsüber sollte der Wickel dann alle zwei, drei Stunden frisch angefeuchtet werden.

Ein kalter Salzwickel wird nach einer halben Stunde entfernt. Damit die Haut nach der Behandlung nicht austrocknet, sollte sie mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflegecreme eingerieben werden.

Für eine Salzwaschung wird ein Waschlappen in die Salzlösung getaucht. Dann mit dem nassen Waschlappen über die schmerzende Stelle reiben oder tupfen. Die feuchte Haut anschließend mit einem trockenen Tuch und einer Wolldecke abdecken.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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