Infos und Tipps rund um Solebäder, 1. Teil

Infos und Tipps rund um Solebäder, 1. Teil

Als Solebäder werden Vollbäder in einem warmen Salzwasser bezeichnet. Der Salzgehalt im Wasser entspricht meist dem Salzgehalt von Meerwasser. Nur in Ausnahmefällen wird eine höhere Konzentration gewählt. Aus medizinischer Sicht können Solebäder bei verschiedenen Beschwerden helfen und die Therapie positiv unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Hauterkrankungen und Allergien, Rheuma, Erkältungen und Verdauungsstörungen.

Anzeige

Infos und Tipps rund um Solebäder, 1. Teil

Doch Solebäder haben auch eine entspannende und wohltuende Wirkung. Aus diesem Grund haben sie im Wellness-Bereich ebenso einen festen Platz.In einer mehrteiligen Beitragsreihe haben wir die wichtigsten Infos und Tipps rund um Solebäder zusammengetragen.

Sole früher und heute

Es hat nichts mit Zufall oder Aberglaube zu tun, dass Salz schon seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle in der Medizin, der Ernährung und generell im Alltag spielt. Der menschliche Körper ist auf Salz angewiesen, beispielsweise um den Blutdruck oder den Nährstoff- und Wasserhaushalt zu regulieren.

Speisen verleiht Salz die notwendige Würze und macht Lebensmittel außerdem haltbar. Früher war das Einsalzen von Fleisch und Fisch neben dem Einlegen in Essig oder dem Trocknen eine der wenigen Möglichkeiten, wie die Menschen in wärmeren Regionen ihre Nahrungsmittel konservieren konnten.

Das kostbare Gewürz hatte im Mittelalter nicht umsonst den Beinamen weißes Gold. Der Handel mit Salz machte einige Städte sehr reich. Auch die Küstenregionen an der Nord- und Ostsee profitieren vom Salz. Bereits in der Antike reisten Kranke für Kuren ans Meer, um durch Bäder im Salzwasser und das Atmen der salzigen Luft Linderung für ihre Beschwerden zu finden.

Mit Blick auf Religionen, Traditionen und Mythen spielt Salz ebenfalls eine große Rolle. So war Salz ein Symbol für Schutz und Reinigung. Deshalb kam es bei Geburten, Taufen und Hochzeiten, bei Umzügen und auch bei Begräbnissen zum Einsatz. Einige Riten gibt es bis heute. So ist es in einigen Regionen Brauch, zum Einzug in eine neue Wohnung Brot und Salz zu schenken.

Die alten Griechen und Römer verwendeten Salz und Salzwasser, um Schutz zu erbitten und böse Geister zu vertreiben. Die Germanen wiederum sahen in Quellen mit Salzwasser heilige Orte. Hier sollten die Götter ihre Bitten besonders gut hören und Kranke geheilt werden können.

Im Mittelalter verband sich die religiöse Bedeutung des Salzes mit medizinischer Wirksamkeit. Es gab zwar oft noch keine wissenschaftlichen Erklärungen, warum die Anwendungen wirkten. Trotzdem setzen Heiler erfolgreich Salzwasser ein, um damit die Körper von Kranken zu waschen oder Wunden zu desinfizieren.

Der Begriff Sole steht grundsätzlich für salzhaltiges Wasser. Heute wird aber vor allem dann von Sole gesprochen, wenn ein Wasser reich an Mineralsalzen wie Jod, Schwefel oder Radon ist. Eine Salz-Wasser-Lösung kann für Bäder, Waschungen und Umschläge verwendet werden. Außerdem eignet sie sich für Spülungen von Mund und Nase, zum Inhalieren und als Trinkkur.

Anzeige

Die medizinische Wirkung von Solebädern

Solebäder führen dazu, dass sich die Haut dehnt und elastischer wird. Daneben lindert Salz Allergien, hemmt Entzündungen und fördert die körpereigenen Abwehrkräfte. Weil bei einem Solebad Mineralstoffe freigesetzt werden, die der Badende dann einatmet, kann das Bad Erkrankungen der Atemwege lindern und ihnen vorbeugen.

Aus medizinischer Sicht sind Solebäder bei Hauterkrankungen oft ein wichtiger Baustein in der Therapie. In Sole getränkte Umschläge beispielsweise wirken antibakteriell und unterstützen, dass Eiter abläuft. Deshalb werden solche Maßnahmen gerne bei Akne eingesetzt.

Auch bei chronischen Hautleiden wie Neurodermitis oder Schuppenflechte kann Sole helfen. Allerdings ist dann ein recht hoher Salzgehalt notwendig und die Solebäder sollten in Kombination mit einer UV-Bestrahlung angewendet werden.

Bei Problemen mit den Knochen und den Gelenken haben Solebäder ebenfalls positive Effekte. Arthrose, Erkrankungen der Wirbelsäule oder Rheuma beispielsweise können gut mit Salzwasser behandelt werden. Dabei sollten Solebäder oder Umschläge zum Einsatz kommen, bei denen die Lösung einen mindestens vierprozentigen Salzgehalt hat.

Weil sich durch das Salz die Gefäße weiten, entspannen sich die Muskeln. Gleichzeitig werden die Gelenke entlastet. Hinzu kommt, dass Salzwasser den Auftrieb fördert.

Aus diesem Grund können sich Betroffene im Solebad besser und mit weniger Schmerzen bewegen. Gymnastik in Salzwasser erhöht die Heilwirkung zusätzlich. Selbst Patienten, die sich an Land kaum noch oder nur unter großen Schmerzen bewegen können, haben die Möglichkeit, eine Bewegungstherapie im Salzwasser zu beginnen.

Allerdings kann ein Solebad nur die Symptome verringern. Die Ursachen bleiben und erfordern eine entsprechende Behandlung.

Für wen Solebäder geeignet sind und für wen nicht

Jeder gesunde Mensch kann sich ein Solebad gönnen, um zu entspannen und seine Abwehrkräfte zu stärken. Auch um Erkrankungen der Haut und der Atemwege vorzubeugen, sind Solebäder eine gute Wahl.

Zur Behandlung von bestehenden Beschwerden eignen sich Solebäder in erster Linie bei Rheuma, Arthrosen, Gicht, Erkältungen und Allergien. Dabei profitieren Patienten, die unter hohem Blutdruck leiden, vom warmen Salzwasser. Denn weil das Solebad die Blutgefäße weitet, sinkt der Blutdruck.

Andersherum heißt das aber auch, dass Patienten mit einem niedrigeren Blutdruck besser auf Solebäder verzichten sollten. Der Blutdruck könnte nämlich zu weit absinken. Außerdem sind Solebäder eher nicht geeignet, wenn Herz-Kreislauf-Beschwerden bestehen oder die Nieren Probleme machen.

Bei einer sehr trocknen Haut ist wichtig, nach dem Solebad großzügig eine Feuchtigkeitscreme aufzutragen. Das Salz entzieht Feuchtigkeit, was ohnehin schon trockener Haut noch zusätzlich zu schaffen macht.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Infos und Tipps rund um Solebäder, 1. Teil

Anzeige
Redaktion
Twitter
Letzte Artikel von Redaktion (Alle anzeigen)

Veröffentlicht von

Redaktion

Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

Ein Gedanke zu „Infos und Tipps rund um Solebäder, 1. Teil“

  1. Ein echt interessanter geschichtlicher Hintergrund…
    Ich habe schon damals im Urlaub bemerkt, dass das Salzwasser meiner Haut guttat und die Pickel teilweise fast komplett verschwunden waren.
    Aber im Urlaub ist man ja leider nicht für immer 🙁
    Hoffentlich wird es zu Hause trotzdem ähnlich gut wirken!

Kommentar verfassen