7 Fragen zur Kältesauna, Teil I

7 Fragen zur Kältesauna, Teil I

Im Zusammenhang mit Wellness und Thermalbädern gehört die Sauna längst zum Standard. Doch seit einiger Zeit macht ein neuer Begriff die Runde: die Kältesauna. Im ersten Moment scheint die Bezeichnung ein ziemlicher Widerspruch zu sein. Schließlich wird Sauna nicht mit Kälte, sondern ganz im Gegenteil mit Hitze in Verbindung gebracht. Bei der Kältesauna handelt es sich um eine Kälteanwendung für den ganzen Körper, die im medizinischen Bereich angewendet wird, inzwischen aber auch immer öfter das Wellness-Angebot ergänzt.

7 Fragen zur Kältesauna, Teil I

Doch was genau ist eine Kältesauna? Welche Wirkung entfaltet sie? Wie ist der Ablauf? Und für wen eignet sich die Anwendung? In einem zweiteiligen Beitrag beantworten wir sieben Fragen zur Kältesauna!:

  1. Was ist eine Kältesauna?

In der Medizin ist der Einsatz von Kälte nichts Neues. So sind zum Beispiel Bäder und Aufgüsse mit kaltem Wasser fester Bestandteil der Kneipp-Medizin. Und aus medizinischen Schriften lässt sich ableiten, dass bereits Hippokrates Kälte zu Therapiezwecken nutzte. Kälte ist ein bewährtes Mittel, um zum Beispiel Schmerzen bei Verletzungen zu lindern, Schwellungen und Entzündungen entgegenzuwirken, das Immunsystem zu stärken oder sich abzuhärten.

Die Kältesauna hat ihre Wurzeln in Japan. Der Rheumatologe Toshiro Yamauchi machte sich einen Namen als Ganzkörper-Therapeut und behandelte schon Ende der 1970er-Jahre vor allem Arthritis mit einer Kältetherapie für den ganzen Körper.

Im Unterschied zur heutigen Kältesauna arbeitete er aber zum einen mit Kältekammern und zum anderen mit deutlich niedrigeren Temperaturen. In den Kältekammern herrschte eine derart extreme Kälte, dass die Behandlungen für die Patienten äußerst unangenehm waren. Außerdem mussten sie sich die ganze Zeit über bewegen, um die Eiseskälte überhaupt auszuhalten.

Heute ist die Kältesauna eine angenehme und wohltuende Anwendung. Die Sauna selbst ähnelt einer Tonne oder einer Duschkabine, ist nicht besonders groß und nach oben hin offen. Dadurch befindet sich nur der Körper in der Kältesauna, während der Kopf draußen bleibt.

Die Form führt dazu, dass die Kältesauna auch als Eistonne bezeichnet wird. Ein anderer Name für die Anwendung ist Kyrotherapie, abgeleitet vom griechischen Wort Kyro für Frost.

In der Kältesauna herrscht eine sehr trockene Kälte, die durch verdampfenden Stickstoff entsteht und sich im Bereich von bis zu minus 160 Grad Celsius bewegt. Eine Behandlung dauert maximal drei Minuten, wird in aller Regel gut vertragen und als angenehm empfunden.

Nach Deutschland kam die Ganzkörper-Kältetherapie Mitte der 1980er-Jahre, zunächst als Behandlung bei rheumatischen Erkrankungen, danach als Angebot in Reha-Kliniken und inzwischen immer öfter auch in Thermalbädern und Wellness-Einrichtungen.

  1. Was unterscheidet die Kältesauna von einer Kältekammer?

Die Begriffe Kältesauna und Kältekammer werden oft synonym verwendet. Tatsächlich gibt es aber große Unterschiede zwischen den beiden Anwendungen.

So ist eine Kältekammer ein Raum, in dem sich mehrere Personen zur gleichen Zeit aufhalten können. Außerdem liegt die Temperatur in einer Kältekammer bei etwa minus 110 Grad Celsius.

In der Kältesauna ist die Temperatur mit minus 160 Grad Celsius deutlich niedriger. Der Patient befindet sich allejne in der tonnenförmigen Sauna und sein Kopf ragt hinaus. Obwohl die Temperatur in der Kältesauna geringer ist, empfinden die meisten Patienten die Anwendung angenehmer als in der wärmeren Kältekammer.

  1. Wie wirkt die Kältesauna?

Kälte ruft eine Extremsituation hervor, auf die der ganze Körper reagiert. Allerdings schüttet er keine Stresshormone, sondern Endorphine aus. Endorphine sind Glückshormone, die für gute Laune sorgen, das Wohlbefinden steigern und Schmerzen lindern.

In der Kältesauna ist der Saunagänger entweder nackt oder er trägt Unterwäsche, eventuell ergänzt durch Socken und Handschuhe. Während der drei Minuten, die eine Anwendung maximal dauert, wird er permanent überwacht. Sollte er sich unwohl fühlen, kann er die Eistonne sofort verlassen.

Der massive Kältereiz setzt die Selbstheilungskräfte in Gang. Dabei betrifft er nicht das Körperinnere, sondern nur die Oberfläche der Haut. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen und die Muskulatur entspannt sich. Außerdem wird die Bildung von Antikörpern angekurbelt, wodurch das Immunsystem angeregt und gestärkt wird.

Bei chronischen Schmerzen wird empfohlen, mehrere Wochen lang ein- bis dreimal täglich in die Kältesauna zu gehen. Studien haben gezeigt, dass Schmerzpatienten auf diese Weise ihren Bedarf an Schmerzmitteln deutlich senken konnten.

Die Anwendung bewirkt, dass das Gewebe danach besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Der Stoffwechsel kommt in Schwung und Schadstoffe werden abtransportiert. Ein schöner Nebeneffekt für alle, die abnehmen wollen, ist, dass bei einer Sitzung in der Kältesauna 600 bis 700 Kalorien verbrannt werden.

Gesundheitliche Effekte

Die positiven Effekte der Kältesauna zeigen sich vor allem mit Blick auf die Gesundheit. So wird die Kältesauna gerne als Therapie bei chronischen Schmerzen eingesetzt, hauptsächlich im Zusammenhang mit Rheuma und Arthrose.

Daneben kommt die Kältesauna unter anderem bei Migräne, psychischen Erkrankungen, Tinnitus, Schlafstörungen, Autoimmunerkrankungen, Allergien und Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zur Anwendung.

Insbesondere in der Schmerztherapie konnte der positive Effekt durch zahlreiche Studien belegt werden. Dabei ist das Ziel bei der Behandlung in der Kältesauna immer auch, die Einnahme von Schmerzmitteln zu verringern.

Kälte zur Regeneration

Leistungssportler kennen und nutzen die Kältesauna schon lange. Sie hilft, wenn die Muskeln verspannt sind oder Ermüdungserscheinungen zeigen. Vor dem Training kurbelt die Kältesauna die Leistungsfähigkeit an, nach dem Sport unterstützt sie die Regeneration und verkürzt die Erholungsphase.

Auch bei Sportverletzungen wie zum Beispiel gereizten Sehnen oder einem Tennisarm ist die Kältesauna eine beliebte Anwendung.

Wirkungen auf die Haut

Bei bestimmten Hautkrankheiten kann die Kältesauna ebenfalls helfen. Aber auch mit Blick auf die Ästhetik kommt sie gerne zum Einsatz.

Durch die Behandlung mit Kälte verbrennt der Kalorien und das Hautbild wird besser. Die Haut wirkt glatter und straffer. Oft ist der Appetit nach der Kältesauna geringer, was eine Diät zusätzlich unterstützen kann.

Ein verbessertes Hautbild stellt sich auch bei Akne ein. Außerdem verringert die Kältesauna Besenreiser und unterstützt die Rückbildung von Narben nach Operationen.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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