Mit Erkältung in die Sauna – Ja oder Nein?

Mit Erkältung in die Sauna – Ja oder Nein?

Beim Besuch einer Therme gehört für viele ein Saunagang unbedingt dazu. Doch gerade in der kalten Jahreszeit passiert es schnell, dass sich jemand eine Erkältung einhandelt. Spätestens dann stellt sich die Frage, was aus dem Saunagang wird. Wann wirkt sich die Schwitzkur positiv auf den Infekt aus? Bei welchen Symptomen ist es besser, auf Sauna und Dampfbad zu verzichten? Und kann regelmäßiges Saunieren das Immunsystem wirksam gegen Erkältungserreger wappnen?

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Mit Erkältung in die Sauna - Ja oder Nein

Wir klären die wichtigsten Fragen rund um Sauna und Erkältung!:

Mit Erkältung in die Sauna – Ja oder Nein?

Statistiken zufolge ist ein Mensch im Durchschnitt rund fünf Jahre seines Lebens erkältet. Etwa ein Jahr davon liegt er mit Schnupfen, Husten, Fieber & Co. im Bett. Ausgelöst wird eine Erkältung hauptsächlich durch Viren, die vor allem den Rachenraum und die Nasenschleimhäute angreifen.

Leidenschaftliche Saunagänger sind davon überzeugt, dass eine Schwitzkur eine Erkältung, die sich anbahnt, abfangen kann. Tatsächlich kann ein Saunabesuch das Immunsystem anregen.

Denn die Kombination aus Schwitzen, durch das sich die Temperatur im Körper erhöht, und das anschließende Abkühlen kurbelt die Abwehrkräfte an. Insofern kann ein Saunabesuch bewirken, dass sich eine beginnende Erkältung erst gar nicht entwickelt.

Allerdings gilt das nur für Personen, die regelmäßig in die Sauna gehen und das Saunieren gut vertragen. Wer nur sehr selten in die Sauna geht oder noch gar keine Erfahrung mit Saunagängen hat, sollte bei einer Erkältung besser auf die Schwitzkur verzichten.

Welche Sauna ist bei einer Erkältung die richtige Wahl?

Bei einer Erkältung mit Husten und Schnupfen sollte die Wahl grundsätzlich auf eine milde Saunaart wie zum Beispiel eine Kräutersauna oder ein Dampfbad fallen. Eine Temperatur von höchstens 70 Grad und eine eher hohe Luftfeuchtigkeit sind optimal. Die klassische Finnische Sauna hingegen ist keine gute Idee. Denn die hohen Temperaturen können den ohnehin schon geplagten Körper zu sehr belasten.

Die Wärme einer milden Saunaform, das Einatmen der feuchten Luft und die erfrischende Abkühlung nach dem Saunagang bringen das Immunsystem in Schwung und können so auch die lokale Abwehr verstärken. Als weiterer positiver Effekt kommt der Entspannungsfaktor bei einem Saunagang dazu. Denn Stress schwächt das Immunsystem.

Das liegt daran, dass der Körper das Immunsystem bei Stress herunterfährt, damit er die Energie an anderer Stelle nutzen kann. Wichtig ist deshalb, sich für das Saunieren genug Zeit zu nehmen, die wohlige Wärme zu genießen und sich später im Ruheraum gemütlich zu entspannen.

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Das Abkühlen nach dem Saunagang sollte bei einer Erkältung aber etwas behutsamer erfolgen als sonst. Denn starke Temperaturwechsel können dem geplagten Körper zu schaffen machen und die Erkältung schlimmstenfalls noch verstärken.

Geht Saunieren mit Halsschmerzen in Ordnung?

Es gibt ungefähr 200 bekannte Viren, die eine Erkältung auslösen können. Am häufigsten sind Rhinoviren die Ursache. Die Erreger nisten sich in den Schleimhäuten ein und verursachen dadurch Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen.

Wenn ein Virusinfekt gerade beginnt oder schon am Abklingen ist, kann eine schonende Sauna mit mäßigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit positive Effekte haben. Denn die warm-feuchte Luft kann entspannend auf die Schleimhäute wirken und die lokale Immunabwehr stärken.

Vor und nach dem Saunagang ist wichtig, viel zu trinken. Dabei darf es ruhig mehr Flüssigkeit sein als sonst. Wasser, Tee oder Fruchtschorlen befeuchten die Schleimhäute im Rachen. Das kurbelt ihre Durchblutung an und die Erreger werden schneller abtransportiert.

Bei leichten Halsschmerzen spricht somit nichts gegen einen Saunabesuch. Wer hingegen mitten in einer Erkältung steckt und starke Halsschmerzen hat, sollte auf den Saunagang verzichten.

Was gilt bei Fieber?

Dass eine ausgiebige Schwitzkur ein gutes Mittel bei einer starken Erkältung mit Fieber ist, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Das Fieber ist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem bereits mit voller Kraft arbeitet.

Der Wechsel von Hitze und Kälte in der Sauna kann das Immunsystem überfordern. Die Folge kann nicht nur ein noch schwererer Infekt, sondern auch ein Kreislaufkollaps sein.

Wer stark erkältet ist oder Fieber hat, gehört also ins Bett – aber auf keinen Fall in die Sauna! Und wer unsicher ist, ob er noch oder wieder in die Sauna kann, sollte sich mit seinem Hausarzt absprechen.

Kann regelmäßiges Saunieren eine Erkältung verhindern?

Regelmäßige Saunagänge können die Abwehrkräfte stärken. Durch die Wärme steigt die Kerntemperatur und zusammen mit dem kalten Guss danach wird das Immunsystem stimuliert.

Viren, Bakterien und andere Erreger haben es dadurch schwerer, sich gegen das Immunsystem zu behaupten. Trotzdem ist auch regelmäßiges Saunieren natürlich keine Garantie dafür, niemals mehr erkältet zu sein.

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Armin Seckmann, 41 Jahre, Masseur und medizinischer Bademeister, David Kurz, 38 Jahre, Fachangestellter Bäderbetriebe, Melanie Kolenz, 37 Jahre, Wellness Beraterin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes und Ratgeber zu Thermalbädern, Wellness und Gesundheit.

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