Grundinfos zu Pilates

Grundinfos zu Pilates 

Bei Pilates, das auch als Pilates-Methode bezeichnet wird, handelt es sich um ein systematisches Ganzkörpertraining. Die Absicht des Trainings besteht in erster Linie darin, die Muskulatur im Bereich des Beckenbodens, des Bauches und des Rückens zu kräftigen.

Erfunden wurde die Trainingsmethode, die sowohl auf Matten als auch an speziellen Trainingsgeräten stattfinden kann, von Joseph Hubert Pilates. 

In den letzten Jahrzehnten, sicher nicht zuletzt auch durch entsprechende Fitnessvideos namhafter Stars, hat sich Pilates zu einem echten Wellness-Trend entwickelt und wird mittlerweile in zahlreichen Fitnessstudios, Wellness-Einrichtungen und auch Thermen und Thermalbädern angeboten.   

Was sich nun aber genau hinter Pilates verbirgt, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Grundinfos zu Pilates:

Die Geschichte von Pilates

Der 1883 in Mönchengladbach geborene Joseph Hubert Pilates war Turner, Bodybuilder, Taucher und Zirkusartist. 1912 ging er nach England, wo er als Berufsboxer und Trainer an Polizeischulen arbeitete. Pilates unterrichtete die Beamten des Scotland Yard in Selbstverteidigung. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Pilates als Deutscher interniert. Diese Zwangspause nutzte er, um ein ganzheitliches Körpertraining zu entwickeln, das die Konstitution verbessern und zu einer guten Körperhaltung beitragen sollte.

Zunächst nannte Pilates sein Trainingskonzept dabei Contrology. Im Zuge der Entwicklung beschäftigte er sich intensiv mit Yoga, der Zen-Meditation und Tierbewegungen. Pilates trainierte selbst nach seinem Konzept und unterrichtete seine Mitgefangenen, die die Übungen auf Matratzen durchführten. Nach dem Ende des Krieges kehrte Pilates nach Deutschland zurück. Hier arbeitete er mit wichtigen Vertretern der Bewegungslehre zusammen und entwickelte sein Trainingskonzept weiter, unterrichtete unter anderem aber auch die Hamburger Polizei.

1926 wanderte Pilates nach New York aus, nachdem er dazu gedrängt worden war, die deutsche Armee zu trainieren. Auf der Überfahrt nach Amerika lernte er seine Frau Clara, eine Krankenschwester, kennen. Zusammen mit ihr eröffnete er ein Box- und Trainingsstudio, das im gleichen Haus untergebracht war wie das New York City Ballett. Durch den Einfluss seiner Frau wurde das Trainingskonzept sanfter und mehr auf Rehabilitation ausgerichtet. In den folgenden Jahren sollten viele berühmte Choreographen und Tänzer, unter anderem auch die Tänzerinnen des New York City Balletts, von Pilates trainiert werden und zu seinem hohen Bekanntheitsgrad beitragen.

Eine Besonderheit von Pilates war, dass er sehr individuell arbeitete. So erarbeitete er für jeden seiner Klienten ein eigenes Übungsprogramm, teilweise sogar mit eigens für diese Person entwickelten Übungen. 1967 starb Pilates in New York, ohne ein Testament oder Regelungen zur Weiterführung seiner Arbeit hinterlassen zu haben. Seine Frau Clara führte das New Yorker Studio bis zu ihrem Tod im Jahre 1977 weiter. Dass Pilates Ideen fortbestehen, ist einigen seiner Schüler zu verdanken, die eigene Studios eröffneten und das Konzept kontinuierlich weiterentwickelten.

Allerdings ist der Begriff Pilates nicht geschützt und auch eine einheitliche Ausbildung ist nicht festgelegt. Ratsam ist daher, darauf zu achten, dass der Pilates-Trainer erfahren und entsprechend qualifiziert ist. In Deutschland ist dies durch den Pilates Verband e.V. sichergestellt, bei dem eine vollwertige Ausbildung und regelmäßige Fortbildungen zu den Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft gehören. 

Die Methode nach Pilates

Als ganzheitliches Körpertraining spricht die Pilates-Methode in erster Linie die tiefliegenden, kleinen und häufig schwächeren Muskelgruppen an, um so eine gesunde und richtige Körperhaltung zu fördern. Das Trainingskonzept setzt sich aus Kraftübungen, Dehnübungen und einer bewussten Atmung zusammen. Die wesentlichen Ziele des Konzepts liegen darin, die Muskulatur zu stärken, die Kondition, die Koordination von Bewegungen und die Körperhaltung zu verbessern, den Kreislauf anzuregen und die bewusste Wahrnehmung des Körpers zu erhöhen.

Dabei bildet das Training des sogenannten Powerhouses die Basis für alle Übungen. Mit dem Powerhouse ist die Stützmuskulatur gemeint, die sich in der Körpermitte befindet und rund um die Wirbelsäule angeordnet ist. Zudem werden die Beckenboden- und die Bauchmuskulatur gezielt gestärkt und die bewusste Atmung trainiert. Alle der insgesamt rund 500 Übungen werden in langsamen und fließenden Bewegungen ausgeführt, um so die Muskeln und die Gelenke nicht unnötig zu strapazieren.

Grundsätzlich ist die Verletzungsgefahr bei der Pilates-Methode recht gering, aber dennoch ist eine kompetente Einführung wichtig, weil nur so Bewegungs- und Haltungsfehler verhindert werden können. Experten empfehlen daher, das Training mit einer Einzelstunde bei einem qualifizierten Trainer zu beginnen. Anfänger sollten danach an den von Pilates erfundenen Geräten trainieren und erst als Fortgeschrittene zum Mattentraining wechseln. 

Die Prinzipien von Pilates

Der Pilates-Methode baut auf sieben wesentlichen Prinzipien auf:

1.       Eine maßgebliche Grundlage des Trainingskonzepts ist die Kontrolle. Das bedeutet, sämtliche Bewegungen und Übungen sollen kontrolliert ausgeführt werden, um so gezielt die tiefliegenden, kleinen Muskelgruppen zu stärken. 

2.       Die Konzentration soll dabei helfen, Körper und Geist in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Während die Bewegungen dabei über den Geist gesteuert und kontrolliert werden sollen, soll sich die Aufmerksamkeit auf den Körper richten. 

3.       Die bewusste Atmung ist ein wesentliches Element bei Pilates, weshalb auch gezielt die Atmung in das Zwerchfell geübt wird. Durch das bewusste Atmen sollen die Körperkontrolle erhöht sowie Verspannungen gelöst und verhindert werden.

4.       Das Prinzip der Zentrierung meint die gezielte Stärkung der Körpermitte, die bei Pilates Powerhouse genannt wird. Das Powerhouse erstreckt sich vom Brustkorb bis zum Becken und umfasst damit auch alle wichtigen Organe. Ein gezieltes Training der Körpermitte stärkt insbesondere die Rückenmuskulatur, weshalb Pilates häufig bei Rückenschmerzen empfohlen wird.

5.       Die bewusste Entspannung verfolgt die Absicht, Verspannungen zu erkennen und Blockaden zu lösen. Entspannung bildet dabei allerdings nicht das Gegenstück zur Körperspannung, sondern arbeitet mit eigenen Übungen.

6.       Bewegungsfluss bedeutet, dass alle Übungen dynamisch und fließend durchgeführt werden. Dies gilt sowohl für die Übungen selbst als auch für die Übergänge zwischen den einzelnen Übungen. Längere Unterbrechungen oder abrupte Bewegungen gibt es bei Pilates nicht.

7.  Hinter dem Prinzip der Koordination steht die Idee, ein bewusstes Gleichgewicht herzustellen. Dies beinhaltet ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele, gleichzeitig aber auch das Gleichgewicht innerhalb des Körpers. Letzteres wird unter anderem dadurch realisiert, dass die Wirbelsäule ganz bewusst bei allen Übungen aus der Hüfte heraus lang gemacht und gestreckt wird.

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